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Arnold Schwarzenegger in: Terminator 3 - Rebellion der Maschinen
Ein Jahrzehnt nach T 2: Terminator-Saga geht weiter

Im Schatten der Matrix-Manie?

Irgendwann in naher Zukunft: Die Maschinen, die der Mensch einst schuf, haben sich gegen ihre Schöpfer erhoben und drohen, die Menschheit zu vernichten. Nur ein Mann hat die Macht, dies zu verhindern. Nein, der Erwählte heißt nicht Neo. Sein Name ist John Connor, und sein größter Feind in "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" ist erneut ein Cyborg, ein Maschinenmensch der besonderen Art.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de, 30. Juli 2003

Kristanna Loken in: Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Kristanna Loken in: Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Wenn am 31. Juli 2003 "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" in die deutschen Kinos kommt, ist alles anders. Die Filmsensation des Jahres "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolutions" erscheint dieses Jahr im Doppelpack und ist nicht nur deshalb in aller Munde. Obgleich natürlich auch bei "T3" nicht an den Effekten und Superlativen gespart wurde - das Budget beträgt diesmal satte 180 Millionen Dollar - wird ihm diesmal nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil, die sich die Produzenten gewünscht hätten. Der Grund ist auch in dem Fakt zu suchen, dass Terminator-Erfinder Cameron diesmal nicht mit von der Partie ist. Der ewige Blockbuster-Garant ("Titanic") hatte keine Lust auf einen dritten Teil, weil das Thema seiner Meinung nach schon in den beiden Vorgängern genügend ausgebreitet wurde.

Auch Camerons Ex-Frau Linda Hamilton, die in den ersten beiden Teilen die Marienfigur Sarah Connor spielte, lehnte dankend ab. Ihr war das Drehbuch schlicht zu flach. Edward Furlong, der in "T2" dem rotzfrechen zukünftigen Erlöser John Connor Leben einhauchte, wurde wegen seiner Drogenprobleme gar nicht erst gefragt. Das Risiko, dass er während der Dreharbeiten eingebuchtet werden könnte, war den Produzenten oder deren Versicherung offensichtlich zu hoch.

Allerdings wurde schnell Ersatz gefunden - und der ist auch nicht ohne. Camerons Erbe tritt Regisseur Jonathan Mostow an, der mit dem U-Boot-Abenteuer "U-571" bereits einen Hit gelandet hat und nun auf den Durchbruch hofft. Die Rolle von John Connor übernimmt Nick Stahl ("In The Bedroom") - und ihm zur Seite steht die bezaubernde Claire Danes. Die hatte schon Leonardo DiCaprio in "William Shakespeares Romeo und Julia" den Kopf verdreht, war zuletzt in "The Hours" zu sehen und spielt nun Connors Geliebte.

Und noch eine Frau bereichert die bisher arg Testosteronlastige Terminator-Reihe: Das 22-jährige norwegische Model Kristanna Loken spielt T-X, eine Weiterentwicklung des T-1000 - jenes wandlungsfähigen Cyborgs aus Flüssigmetall, der in "T2" buchstäblich sein Unwesen trieb. Die tödliche Terminatrix, die nicht nur gut aussieht, sondern auch sämtliche Maschinen kontrollieren kann, ist von SkyNet auf John Connor angesetzt worden, um ihn aus dem Weg zu räumen. Dessen Leben gleicht einem Versteckspiel: Seit den Ereignissen aus Teil 2 hat er keine permanente Adresse, benützt keine Kreditkarten, noch nicht mal das Telefon. Bloß nicht auffallen, lautet seine Devise. Als die fiese Terminatrix ihn dennoch aufspürt, kann ihm mal wieder nur der von Arnold Schwarzenegger verkörperte T-101 helfen.

Obwohl Arnie beim Filmfestival in Cannes 2003 kräftig die Werbetrommel für "T3" rührte, bekam die Presse nur einen sechsminütigen Trailer zu sehen - und auch den nur in einem zum Hochsicherheitstrakt umfunktionierten Zimmer des Carlton Hotels. Aber wie, wenn nicht durch Geheimniskrämerei, sollen die Filmemacher auch Appetit für den dritten Teil der Saga wecken? "T3" droht zu einem Häppchen für die Sommerpause zwischen "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolutions" zu verkommen. 1991 war alles einfacher: Der größte Konkurrent hieß "Der mit dem Wolf tanzt" - und war garantiert frei von exzessiven digitalen Effekten, biblischen Erlöserfiguren und düsterer Weltuntergangsstimmung.
Frank Geissler, Filmreporter.de - 30. Juli 2003

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