Filmkritik: Flugstunde mit Vin 'Stoneface' Diesel | FILMREPORTER.de
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Wieder an Asphalt Geschmack gefunden: Vin Diesel in "Fast & Furious 6"
Ein Genre-Film ist ein Genre-Film

Flugstunde mit Vin 'Stoneface' Diesel

In "Fast & Furious 6", dem sechsten Teil der erfolgreichen Auto-Action-Filmreihe "The Fast and the Furious" bekommen es 'Dom' Toretto (Vin Diesel) und seine Mit-Raser mit einem besonders mächtigen Bösewicht zu tun: Der ehemalige SAS-Elitesoldat Owen Shaw (Luke Evans) klaut an verschiedenen Orten der Welt Teile einer elektronischen Superwaffe, die natürlich streng bewacht wird und entsprechend schwer zu beschaffen ist.
Von  Andreas Pflieger, Filmreporter.de, 18. Mai 2013

Fast & Furious 6

Fast & Furious 6

Zu alt für Actioner?
Da Shaw bei seinen Raubzügen nicht nur extrem rücksichtslos vorgeht sondern auch über talentierte Auto-Kämpfer verfügt, entschließt sich Cop Luke Hobbs, seine Gegner von einst um Hilfe zu bitten: Mit einer kleinen Erpressung überredet er Toretto und sein Team, es mit dem Super-Verbrecher Shaw aufzunehmen.

Ein Genre-Film ist ein Genre-Film ist ein Genre-Film! Wer bei Justin Lins "Fast & Furious 6" im Kinosessel von ähnlichen Gedanken geplagt wird, ist entweder zu alt für den Film oder er nimmt ihn einfach zu ernst. Die Story wäre eigentlich nicht weiter erwähnenswert, soll sie doch in erster Linie als Rahmen für irrwitzige Stunts und als Erklärung für die Zusammenarbeit der einstigen Gegner Toretto und Hobbs dienen. Dennoch: Wer zu Schulzeiten ein bisschen in Physik aufgepasst hat, dem fällt es arg schwer, 20-Meter-Sprünge auf rasende Autos oder Luft-Akrobatik, die Isaac Newton im Grab rotieren ließe, nur mit einem mundoffenen 'Wow' zu quittieren.

Kurzum: Die Action ist so sehr over the top, dass man alles, was bisher noch als irgendwie plausibel galt, schleunigst vergessen sollte. Schade dabei ist, dass - etwa im Gegensatz zu Bond - die Figuren dabei kaum selbstironisch agieren und die als comic relief gedachten markigen Sprüche eher unfreiwillig komisch wirken. Etwa im Stil von "Sage mir, wie du Auto fährst und ich sage dir, wer du bist".

Michelle Rodriguez in "Fast & Furious 6"

Michelle Rodriguez in "Fast & Furious 6"

Logik-Löcher im Asphalt!
Dass daneben Logik-Löcher gähnen, den Machern eine Erklärung manchmal schlicht egal war oder die Vita neuer Figuren einfach behauptet wird, ist schon ärgerlicher. Wie soll die sagenumwobene "Techno-Bombe" nochmal genau wirken? Wenn Oberbösewicht Shaw als eine Art Action-Blofeld in humorlos vorgestellt wird, kann man das vielleicht noch schlucken. Aber warum, bitteschön, hat er nicht nur sämtliche Gangster-Großorganisationen und Drogen-Kartelle sondern auch die meisten Polizeibehörden und Geheimdienste in der Hand?

Bevor das hier jetzt zu einem intellektuellen-Total-Verriss gerät, muss ohne jeglichen Sarkasmus festgestellt werden, dass einige der Action-Sequenzen, etwa die Verfolgungsjagd mit einem echten Panzer auf einer spanischen Autobahn, zum spektakulärsten und am besten choreographierten gehört, was in jüngster Zeit so zu sehen war. Auch die Idee mit den Flip-Cars, die entgegenkommende Autos mittels vorn eingebauter Rampen sozusagen unterfahren und nach hinten katapultieren, ist nicht schlecht. Spannend sind die meisten Auto-Szenen auch und von daher fällt es kaum auf, dass Vin Diesel es geschafft hat, seine Mimik in den zwölf Jahren seit dem ersten Teil der "Fast & Furious" - Reihe keinen Deut zu ändern. Positiv ist, dass Dwayne Johnson sich mühelos als Charakterdarsteller profilieren kann.
Andreas Pflieger, Filmreporter.de - 18. Mai 2013

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