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Goldener Bär
Filmpreise bringen viel Ehr - sind Sie auch wertvoll?

The Winner is...

Jeder Filmschaffende will sie haben: Preise, mit denen die künstlerische und handwerkliche Besonderheit seines Werks gewürdigt werden. Doch was ist der materielle Wert eines Filmpreises? Was zum Beispiel würde ein Oscar kosten, könnte man ihn im Handel erwerben? Mit wie vielen Euro würden eine Goldene Palme und ein Goldener Bär zu Buche schlagen? Das Online-Kreditinstitut Vexcash hat sich die Mühe gemacht, den faktischen Wert von Filmpreisen zu ermitteln - und ist dabei zu einer überraschenden Erkenntnis gelangt. So manch bedeutender Filmpreis ist eigentlich spottbillig.
Von  Willy Flemmer, Filmreporter.de, 28. September 2017

Die goldene Oscarstatuete aus dem Jahr 2004

Die goldene Oscarstatuete aus dem Jahr 2004

And the oscar goes to...
Immer wenn es Anfang eines jeden Jahres in Hollywood heißt 'and the oscar goes to', dann werden mit dem berühmten Satz meist Tür und Angel geöffnet für eine große Karriere des Ausgezeichneten. Kein Wunder, zählt doch der Academy Award seit je her zu den wichtigsten Filmpreisen der Wert. Filmschaffende, die den Oscar gewinnen, fühlen sich wie 'Könige der Welt' (James Cameron) und steigern mit dem Preis ihren Marktwert um ein Vielfaches. Rollen und Projekte liegen ihnen dann zu Füßen wie Sand am Meer.

Die Bedeutung von Filmpreisen lässt sich schwer bemessen. Mit Geld lassen sich Auszeichnungen für besondere Leistungen natürlich nicht aufzuwiegen. Und doch haben auch sie einen materiellen Wert, der sich aus dem Kostenaufwand für ihre Herstellung und dem Materialwert ergibt. Dabei fällt auf, dass sich der ideelle Wert eines Filmpreises nicht unbedingt mit dem materiellen deckt. Wer zum Beispiel glaubt, dass die für die Oscar-Verleihung zuständige Academy of Motion Picture Arts and Sciences keine Kosten und Mühen für die Herstellung des begehrten Filmpreises scheut, der irrt gewaltig!

Gewinner Cannes Goldene Palme 2008: Laurent Cantet

Gewinner Cannes Goldene Palme 2008: Laurent Cantet

Kluft zwischem ideellem und materiellem Wert
Denn nicht alles ist Gold, was golden glänzt. Der 34 cm große und 3,9 Kilogramm schwere Oscar besteht nicht aus dem Edel-, sondern aus massivem Britanniametall, der lediglich mit einer dünnen Goldschicht beschichtet wird. Daher sein relativ geringer Materialwert von umgerechnet gerade mal 275 Euro, wie das Online-Kreditinstitut Vexcash ermittelt hat. Damit gehört der Oscar zu den kostengünstigsten Filmpreisen. Kein Wunder also, dass so mancher Preisträger ihm einen alles andere als respektgebührenden Aufbewahrungsort in seinem Haus einräumt. Der Oscar als Ausdruck einer filmgeschichtlich wertvollen Errungenschaft wird im Herzen aufbewahrt, die metallene Statuette kann schon mal in einem Regal im WC landen. Wer das nicht glaubt, kann ja mal bei Kate Winslet pinkeln gehen.

Die Kluft zwischen dem ideellen und dem materiellen Wert eines Preises ist aber nicht die Regel. Dass begehrte Filmpreise auch teuer sein können, das zeigen zwei der wichtigsten Filmfestivals der Welt: Festival de Cannes und die Internationalen Filmfestspiele von Berlin (Berlinale). Die Veranstalter des Festivals in Südfrankreich lassen sich ihren Hauptreis, die Goldene Palme einiges kosten. Allein der Materialwert beläuft sich auf sage und schreibe 25.000 Euro. Das macht die Auszeichnung in zweifacher Hinsicht wertvoll. Die Berlinale-Macher sind zwar nicht ganz so spendabel wie die Kollegen an der Côte d’Azur, mit 3.500 Euro hat der Goldener Bär dennoch einen beachtlichen Materialwert.

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