Filmkritik: Keine Zeit zum Luftholen | FILMREPORTER.de
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Mission: Impossible 3: Tom Cruise, Michelle Monaghan
Pure Action, viel Spannung - wenig Charaktere

Keine Zeit zum Luftholen

Wieder einmal rettet Tom Cruise alias Spezial-Agent Ethan Hunt die Welt - oder zumindest einen Teil - vor einem gewissenlosen Schurken. Wieder einmal wird er dabei mehrfach fast getötet, schafft aber kurz vor knapp dem Tod von der Schippe zu springen. Wieder ist "Mission: Impossible" eine Kette von Explosionen, Verfolgungsjagden, und Stunts. Doch etwas sollte diesmal - laut Presseheft - ganz anders sein als bei den ersten beiden Teilen: Cruise wollte das Charakterporträt eines Spions abliefern und zeigen, wie es in dessen Innern aussieht. Ein Agent mit Identifikations-Potential, sozusagen ein Geheimdienstler zum Anfassen?
Von  Andreas Pflieger, Filmreporter.de,  8. Mai 2006

Tom Cruise

Tom Cruise

Wer jetzt an die wenigen Filme denkt, bei denen es Cruise tatsächlich gelang, die Entwicklung seiner Figur zu veranschaulichen und einen Charakter mit Ecken und Kanten auf die Leinwand zu bringen - etwa in "Magnolia" - sollte von "Mission: Impossible III" nicht zuviel erwarten. Die emotionale Seite seines Charakters erschöpft sich weitgehend darin, dass er seine Freundin heiratet. Zwar zeigt Cruises Charakter insofern eine emotionale und nicht nur eine harte Seite, aber die spielt er eher hölzern. Was bei "M:i:III" hingegen funktioniert, ist die Action, sofern man nicht zu den Glaubwürdigkeits- und Wahrscheinlichkeitskrämern gehört. Die Stunts sind ansprechend choreographiert, die Verfolgungen abwechslungsreich und das Ganze hat - bei reinen Action-Filmen durchaus nicht üblich - durchaus Spannung. Ein wenig atemlos und ohne es den "Comic Relief", die Zeit zum Verschnaufen geben würde.

Tom Cruise in Action

Tom Cruise in Action

Das Beste ist gemäß dem alten Hitchcock-Wort, wonach die Qualität eines Films in erster Linie von der Qualität des Schurken abhängt, Ethan Hunts Gegenspieler Owen Davian (Philip Seymour Hoffman). Im Gegensatz zu den Bond-Bösewichtern hat Hoffman seinen Davian nicht als eine larger-than-life-Figur angelegt und lässt diese dadurch umso bedrohlicher und brutaler erscheinen. Davian, der natürlich über Leichen geht, wirkt derart eiskalt, dass Hunt im Vergleich dazu fast harmlos erscheint. Er handelt mit Waffen und allem, was sonst gefährlich und einträglich ist. Zu Anfang hat er eine Kollegin Hunts in seine Gewalt gebracht, woraufhin sich dieser entschließt, nicht mehr nur andere Agenten auszubilden, sondern wieder einen "operativen Einsatz" zu leiten. Die Aktion misslingt aber und kostet Hunts Kollegin das Leben. Die Jagd auf Davian ist eröffnet. Natürlich ist wieder eine Verschwörung innerhalb von Cruises Behörde im Gange, wobei die Enttarnung des Verräters kaum überrascht. Das einzige was gegen Ende des Films dann doch für ein kurzes Hochziehen der Augenbrauen sorgt, ist das kurze und wenig spektakuläre Ende des Bösewichts.
Andreas Pflieger, Filmreporter.de - 8. Mai 2006

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