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Daniil Granin

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Russischer Schriftsteller und Drehbuchautor verstorben

"Mein Leutnant"-Autor Daniil Granin stirbt mit 98 Jahren

Der russische Schriftsteller Daniil Granin ist tot. Laut Medienberichten starb "Mein Leutnant"-Autor am Dienstagabend in einem Krankenhaus seiner Heimatstadt Sankt Petersburg. Er wurde 98 Jahre alt.
05. Jul 2017: Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Medizinerkreisen berichtet, sei der Schriftsteller und Drehbuchautor in den vergangenen Tagen im Krankenhaus behandelt und bis zuletzt künstlich beatmet worden.

Daniil Granin wird am ersten Januar 1919 als Daniil Alexandrowitsch German in Wolyn im Gebiet Kursk geboren. Er schließt das Ingenieursstudium am Leningrader (heute Sankt Petersburg) Polytechnischen Institut ab und arbeitet zunächst als Ingenieur. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion meldet er sich freiwillig zum Dienst und wird Panzeroffizier.

Seine schriftstellerische Laufbahn beginnt 1949 mit der Veröffentlichung der Erzählung "Pobeda Inschenjera Korsakowa" ("Der Sieg des Ingenieurs Korsakow"). Sowohl in seiner Kurz- als auch Langprosa beschäftigt sich Granin immer wieder mit den Themen Wissenschaft und Ingenieurswesen, für deren soziale und ethische Verantwortung er eintritt. Der zweite große Themenkomplex sind seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, dessen Alltag und Gräuel er schildert.

Granins umfangreiches Werk besteht aus Romanen, Erzählungen und Reiseberichten, darunter die Romane "Das Gemälde" und "Flucht nach Russland" sowie die Erzählungen "Die eigene Meinung", in der sich Granin kritisch mit dem Beamtentum in der Sowjetunion auseinandersetzt, und "Unser Bataillonskommandeur". Als Verehrer Heinrich Heines tritt er mit Reiseberichten wie "Garten der Steine" in die Fußstapfen des bedeutenden deutschen Schriftstellers.

Zu Granins bekanntesten Büchern gehört sein letztes Werk, der auch in Deutschland publizierte autobiographische Roman "Mein Leutnant". Darin schildert der Schriftsteller die Erlebnisse eines jungen Ingenieurs, der freiwillig und zunächst begeistert in den Krieg zieht und traumatisiert und lebensuntauglich aus diesem wieder zurückkehrt. Das Buch erscheint in Russland 2011, ein Jahr später wird es mit dem Literaturpreis "Großes Buch" ausgezeichnet. Das Vorwort zur deutschen Ausgabe im Jahr 2015 schreibt Helmut Schmidt, der Granin 1941 im Krieg als Feind gegenüberstand.

Einige Erzählungen und Romane Granins werden auch verfilmt, unter anderem die Erzählung "Iskateli" (dt. Titel: "Bahnbrecher") sowie die Romane "Posle Svadby" und "Idu na grozu" ("Dem Gewitter entgegen"). Bei den Adaptionen dieser Vorlagen fungiert Granin auch als Drehbuchautor.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
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