Retro-Starportrait: Joan Crawford: Star im Seidenrock | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Joan Crawford
Stutenbissige Rabenmutter

Joan Crawford: Star im Seidenrock

Joan Crawford gehört zu den ersten großen Stars, die das Hollywoodkino hervorgebracht hat. Aus ärmlichen Verhältnissen steigt sie mit eisernem Willen in den Kreis der begehrtesten Schauspielerinnen auf. Beeindruckend die Wandlungsfähigkeit, mit der aus dem frechen Mädchen des boomenden Kinos der 1920er Jahre der Star des sozialkritischen Melodrams der 1930er und die Charakterdarstellerin des Film Noirs wird. Die medienwirksame Inszenierung ihres Privatlebens bekommt erste Risse, als Adoptivtochter Christina 1978 ihre Kindheitserinnerungen unter dem Namen "Meine liebe Rabenmutter" veröffentlicht.
Von  André Weikard/Filmreporter.de, 10. Juni 2017

Joan Crawford hat Wendell Corey fest im Griff

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Geboren zwischen 1904 und 1908?
Über das Geburtsjahr der späteren Joan Crawford und geborenen Lucillle Fay LeSueur gibt es widersprüchliche Angaben. Irgendwann zwischen 1904 und 1908 kommt Joan zur Welt und wächst Vaterlos in ärmlichen Verhältnissen auf. Als Kind tritt sie in eine Glasscherbe, die Ärzte prophezeien ihr, sie werde nie wieder ohne Krücken gehen können. Das eigensinnige Mädchen übt stundenlang, nicht nur, um wieder ohne Schmerzen auftreten zu können, sondern um ihren Traum erfüllen zu können: sie will Tänzerin werden.

Also verlässt sie gegen den Rat ihrer Lehrer die Schule, tritt auf Chicagoer Showbühnen auf und bekommt schließlich ein Engagement am Broadway. Hier rekrutiert die aufstrebende Filmindustrie Hollywoods seine Schauspieler. Die eben erst gegründeten MGM Studios engagieren das junge Starlet im Jahr 1924.

Die Diva in einer Szene "Das Haus am Strand".

Die Diva in einer Szene "Das Haus am Strand".

Aschenputtel auf dem Weg zum Tonfilm
Wie zu dieser Zeit üblich, bekommt auch die junge Tänzerin einen umfangreichen Vertrag, der ihr unter anderem vorschreibt, wann sie abends Zuhause sein muss. Eine Alternative für den sperrigen Namen LeSueur wird per Preisausschreiben gesucht und gefunden: als Joan Crawford feiert sie 1928 in "Our Dancing Daughters" ihren Durchbruch und wird zugleich auf den Rollentyp der kecken, selbstbewussten Frau der 1920er Jahre festgelegt.

Eine Liaison mit Schauspieler Douglas Fairbanks Jr., die in eine vierjährige Ehe mündet, sorgt für zusätzliche Publicity. Mit dem Aufkommen des Tonfilms geraten reihenweise Konkurrentinnen wegen schlechter Stimmen oder schlechter Aussprache ins Abseits. Crawford beweist hingegen, dass sie sogar ganz passabel singen kann. Mit der Weltwirtschaftskrise sind neue, sozialkritischere Themen gefragt und die Aufsteigerin aus den Armenvierteln von Chicago bekommt Aschenputtel-Rollen als Arbeitermädchen, das mit seiner Liebe soziale Schranken überwindet.

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