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 Mr. Deeds geht in die Stadt

Mr. Deeds geht in die Stadt

Privates Glück...
Das positive Bild des Helden Cooper drohte 1950 zu zerbröckeln, als er seine Geliebte Patricia Neal angeblich zu einer Abtreibung zwang. Gary Cooper war nie ein Kind von Traurigkeit gewesen. Zwar heiratete der aus gut bürgerlichem Hause stammende Schauspieler 1933 die streng katholische Veronica Balfe aus der New Yorker High Society. Vor und in der Ehe hatte er immer wieder Affären mit Schauspielkolleginnen wie Marlene Dietrich, Grace Kelly und oben genannter Patricia Neal. Ein uneheliches Kind hätte sogar seine bis dahin unantastbare Karriere in große Schwierigkeiten gebracht. Ganz ohne Folgen war die Affäre denn auch nicht. In den Jahren 1951 bis 1954 lebte der Schauspieler von seiner Frau getrennt. Drei Jahre vor seinem Tod im Jahr 1961 konvertierte er zur katholischen Kirche. Dies wird vor allem Veronica zugeschrieben.

Stuntman und Komparse
Gary Coopers Gattin arbeitete ebenfalls für einige Zeit als Schauspielerin. Ihr großer, gutaussehender, dunkelhaarige Ehemann machte diesen Schritt in den frühen 1920er Jahren - und blieb dabei. Coop - wie er von seinen Eltern und engsten Freunden genannt wurde - entdeckte seine Leidenschaft als Stuntman und Komparse. Damit verdiente er schon damals gutes Geld. Filmemacher und Produzenten besetzten ihn bald für größere Rollen. Cooper kam für Hollywood höchst gelegen, er wurde mit offenen Armen empfangen. Die wild gestikulierenden und in ihrer Mimik stark übertreibenden Stummfilm-Kollegen kamen mit der Einführung des Tonfilms schnell außer Mode. Cooper zeichnete sich schon damals durch sein minimalistische, ruhige und stoische Spiel aus. Wie im Film war er auch privat unauffällig, stets gut gekleidet und in Bezug auf seine Gefühle zurückhaltend.

Ehrenoscar für Lebenswerk
Richard Schickel bringt in seiner Filmbiografe "Gary Cooper: American Life, American Legend" Coopers Leben auf den Punkt: "Erzählen wir seine Geschichte, erzählen wir die Geschichte eines Durchschnittsbürgers, der es bis nach ganz oben schaffte." Clint Eastwood geht noch einen Schritt weiter. Die Regie- und Schauspiellegende fungiert in der Filmbiografie als Erzähler und beschreibt den Westernheld als jemanden, in dessen Gesicht die Geschichte Amerikas zu lesen sei. Schickels Bezeichnung "Durchschnittsbürger" mag zwar übertrieben sein, da Coopers Familie genug Geld besaß, um den am 7. Mai 1901 geborenen Gary und seinen Bruder auf ein privates Internat nach England zu schicken. Dennoch verlor die Familie nie den Boden unter den Füßen. Auch Gary nicht, der neben dem Oscar für die beste männliche Hauptrolle in "12 Uhr Mittags" einen weiteren für "Sergeant York" erhielt. 1961 wurde ihm schließlich auch noch ein Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen. Sein Freund James Stewart nahm die Statuette für den schwer an Krebs erkranken Kollegen entgegen.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de - 12. Juli 2017

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