Retro-Starportrait: Flucht vor der Vergangenheit | FILMREPORTER.de
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Eva Bartok

Eva Bartok

Roben und Hüte selbst genäht
Da sie sich keine Designermodelle leisten kann, näht sie ihre Outfits selber. Roben und Hüte werden zu ihrem Markenzeichen. Das billige Material kaschiert sie mit viel Phantasie. Diese erste Lektion in Medien-Maschinerie fruchtet. Fotografen und Journalisten machen aus der kleinen Brünette eine Prominente, wenn auch noch lokal begrenzt. Ein italienischer Produzent bietet ihr Engagements in einer Vaudeville-Show. In Rom, Mailand und Florenz bejubelt sie das Publikum. Auf der Insel bleibt sie aber weiterhin eine Unbekannte in der Filmbranche. Die Veröffentlichung ihres ersten Films mit Alexander Paal bringt endlich den lang ersehnten Wendepunkt in ihrer Karriere.

Eva Bartok und Robert Freytag am Set von "Rummelplatz der Liebe"

Eva Bartok und Robert Freytag am Set von "Rummelplatz der Liebe"

Förderer Burt Lancaster
Kein geringerer als Burt Lancaster wird auf Eva aufmerksam. Der erfolgreiche Hollywood-Schauspieler und Produzent engagiert sie für die Rolle der leidenschaftlichen Consuelo in "Der rote Korsar". Der Abenteuerfilm katapultiert sie in die erste Reihe. In den folgenden Jahren macht sie eher mit ihrer missratenen Rollenwahl von sich reden. Nach einem Science-Fiction-Film unter der Regie von Terence Fisher nimmt sie Arthur Maria Rabenalts Angebot an und reist 1953 nach Deutschland. Hier trifft sie auch ihren vierten Ehemann. Publikumsliebling und Filmstar Curd Jürgens. Während den Dreharbeiten zu "Rummelplatz der Liebe" lernen sich die beiden kennen - die Hochzeit folgt kurz nach der auf die Scheidung von William Wordsworth. Das Liebesglück dauert lediglich ein Jahr. Aus der Ehe entsteht Tochter Deana. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1998 behauptet Eva Bartok jedoch, dass Deana Frank Sinatras Kind sei.

Eva Bartok zeigt sich den Fotografen

Eva Bartok zeigt sich den Fotografen

Zenith erreicht
Beruflich hat Eva Bartok ihren Zenith überschritten. Nur mit ihren Liebesgeschichten bleibt sie dem breiten Publikum präsent. Auch ihre Affäre mit dem englischen Adeligen Marquis Milford Haven weiß die Schauspielerin geschickt zu vermarkten. Jahrelang hält sie die Gerüchte um eine mögliche Ehe mit ihm am Leben. Mal gerät sie in die Schlagzeilen mit der vermeintlichen Affäre mit dem Prinzen von Palitana Shiv. Die Presse saugt gierig jede Bewegung des ungarischen Vamps auf. Doch es werden auch kritische Stimmen laut. Alles was Bartok wolle, sei Popularität. Sie können recht haben. Doch die tragische Kindheit lässt vermuten, dass sie sich ihren Bedürfnissen selbst nicht so genau bewusst ist.

In den 1950er Jahren entdeckt sie die spirituelle Philosophie der Subud. Mit der Kraft ihrer neuen Überzeugungen habe sie den Krebs besiegt, berichtet sie offenherzig der Presse. Nachdem sie 1956 ein Angebot aus Hollywood aus gesundheitlichen Gründen ablehnt, wird es langsam still um sie. Die deutsch-ungarische Produktion "Sabina V'Hagvarim" aus dem Jahr 1966 wird ihr letzter Film. Sie zieht sich zurück - aus dem Beruf und überraschender Weise auch aus der Presse. In der neuen Philosophie hat sie vielleicht eine größere Kraft gefunden, ihr Schicksal zu verstehen und anzunehmen. 1998 stirbt sie an den Folgen eines Herzinfarkts in ihrer Londoner Wohnung.
Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de - 11. Juli 2017

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