Retro-Starportrait: Eisberg und Sexbombe | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Anita Ekberg
Anita Ekberg in der Rolle ihres Lebens

Eisberg und Sexbombe

Ein kleines, weißes Kätzchen erregt in den engen Straßen Roms die Aufmerksamkeit der amerikanischen Vollblut-Schauspielerin Sylvia. Sie traut sich und bittet Marcello, Milch zu besorgen. Auf der Suche nach einer Latteria verliert er sie jedoch aus den Augen. Verträumt schlendert Sylvia weiter. Plötzlich steht sie vor dem Trevi-Brunnen. Sie steigt ins Wasser und lässt das kühle Nass auf sich wirken. Marcello, der Sylvia verzweifelt suchte, findet sie sinnlich badend im Brunnen. Auch er steigt hinein, wohlwissend dass er einen Fehler begeht.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 13. Oktober 2017

La Dolce Vita

La Dolce Vita

"Ich half Fellini zu Weltruhm"
Federico Fellinis "Das süße Leben" schrieb Filmgeschichte. Der italienische Regisseur demaskiert das dekadente und sinnentleerte Leben der römischen Oberschicht. Der Film rief aber nicht nur aufgrund seines kritischen Inhalts besorgte Zensoren und entsetzte Zuschauer auf den Plan. Die Badeszene im Trevi-Brunnen zwischen dem damals bereits etablierten Superstar Marcello Mastroianni und der üppig gebauten Anita Ekberg sorgte für laute Aufschreie. Heute unbedeutend, war diese im Jahr 1959 zu freizügig, zu anrüchig, zu skandalös gekleidet. Dabei war die Schwedin alles andere als eine gute Schauspielerin. Sie war Mittelmaß, wurde durch die berüchtigte Szene jedoch schlagartig berühmt. Ekberg wusste schon damals, was sie wollte. "Fellini hat nicht mich bekannt gemacht, sondern ich war es, die Fellini zu Weltruhm verhalf", so die Diva selbstbewusst in einem Interview. Na ja, das ist wohl doch anders herum gewesen!

Anita Ekberg

Anita Ekberg

Erste Anzeichen von Widerspenstigkeit
Als älteste Tochter von acht Kindern wurde Anita Ekberg am 29. September 1931 in Malmö geboren. Sie war schmal gebaut, nichts deutete darauf hin, dass sie später zum Sexsymbol werden würde. Von der Mutter angetrieben, nahm sie als 19-Jährige an der Miss Schweden Wahl teil und gewann diese. In der Folge reiste sie zu den Miss Universum Wahlen nach Amerika. Sie sprach weder Englisch noch kannte sie jemanden. Dennoch schaffte es Anita auf einen vorderen Platz und erhielt einen Filmvertrag mit Universal. Zu dieser Zeit war sie groß, aber normal gebaut. Lediglich ihre ausgeprägten weiblichen Hüften hoben sie von der Menge ab. Kurz nach der Miss Universum Wahl im Jahr 1950 wurde Howard Hughes auf die Schönheit aufmerksam. Er riet ihr, ihren Namen, ihre Nase und ihre Zähne zu ändern. Zum ersten Mal zeigte sich Ekbergs Widerspenstigkeit. Nichts wolle sie an sich ändern. Werde sie berühmt, würden sich die Leute schon an ihren schwierig auszusprechenden Namen gewöhnen. Falls nicht, sei es ihr auch egal. Hiermit sollte sie Recht behalten.

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