Retro-Starportrait: Der melancholische Weltstar | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Romy Schneider als Christine
Kaiserin Romy Schneider glücklos im Leben

Der melancholische Weltstar

"Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand", so ein vielsagendes Zitat Romy Schneiders. Binnen weniger Jahre wird die gebürtige Wienerin zum weltweit umjubelten Filmstar. Als junge Kaiserin Sissi bezaubert sie das deutschsprachige Kinopublikum der Wirtschaftswunderära. Für kurze Zeit schafft sie den Sprung nach Hollywood. Schließlich wird sie zur gefeierten Charakterdarstellerin des französischen Kinos. Romy Schneiders Leben ist reich an privaten Fehlschlägen und Katastrophen. Alkoholexzesse sowie Familientragödien richten sie zugrunde.
Von  Michael Wenk, 20. Oktober 2017

Romy Schneider - Collector's Edition

Romy Schneider - Collector's Edition

Prinzessin des deutschen Films
Romy Schneider kommt am 23. September 1938 zur Welt. Ihre Eltern Magda Schneider und Wolf Albach-Retty sind bekannte Schauspieler. So kommt Romy bereits in jungen Jahren mit der Welt des Films und Theaters in Berührung. Als Teenager entwickelt sie den Ehrgeiz, selbst ins Scheinwerferlicht zu treten: "Ich muss unbedingt Schauspielerin werden. Ich muss!!!", notiert sie in ihr Tagebuch. Mutter Magda nimmt Romys Karriere zielstrebig in die Hand. 1953 verschafft sie ihrer Tochter eine erste Filmrolle. In "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" (1953) tritt Romy neben ihrer Mutter und Willy Fritsch auf. Mit ihrem jugendlichen Temperament spielt sie die verdienten Leinwandstars mühelos an die Wand. Binnen kurzem gilt Romy als das süße Mädel des deutschen Nachkriegsfilms. Ihre Darstellung der Prinzessin Viktoria in "Mädchenjahre einer Königin" (1954) bereitet den größten Erfolg ihrer Karriere vor, denn in der "Sissi"-Trilogie verkörpert sie 1955 bis 1957 die legendäre österreichische Kaiserin Elisabeth. Die Filmreihe wird zu einem der größten Kassenerfolge der Wirtschaftswunderjahre.

Romy Schneider in "Monpti"

Romy Schneider in "Monpti"

Geliebtes, verhasstes "Sissi"-Image
Mit ihrer mädchenhaften Anmut reißt Romy das Kinopublikum zu Begeisterungsstürmen hin. Die Rolle der Sissi bedeutet für sie Segen und Fluch zugleich. Einerseits steht ihr nun das internationale Filmgeschäft offen. Andererseits fühlt sich die junge Schauspielerin in ihren darstellerischen Möglichkeiten beschränkt. Denn das deutschsprachige Kinopublikum akzeptiert Romy Schneider nur in ähnlichen Rollen. Zwar erhält sie auch Angebote für ambitionierte Liebeskomödien wie "Monpti" (1957) oder das Internatsdrama "Mädchen in Uniform" (1958), aber so richtig kommt sie nicht vom Fleck. Ein Ortswechsel ist für sie unvermeidlich, nur so kann sie der Rolle des ewigen Backfischs entkommen und zur Charakterdarstellerin reifen.

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