Retro-Starportrait: Abschied von einer Legende | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Paul Newman
Paul Newman - Star mit Herz und Humor

Abschied von einer Legende

"Es ist, als würde man eine schöne Frau 80 Jahre lang verfolgen. Wenn sie endlich nachgibt, muss man gestehen, dass man müde ist". Zufriedenheit und ein Schuss Ironie charakterisieren Paul Newmans Worte. Nach acht Nominierungen wird der legendäre Schauspieler 1987 endlich mit dem Oscar für "Die Farbe des Geldes" ausgezeichnet. Eine späte Anerkennung seines Schaffens. Die Liebe des Publikums begleitet ihn stets in seiner außergewöhnlichen Karriere. Er gilt als Philanthrop, Familienmensch, politisch engagierter Bürger, der seine Rollen synchron zu seinen Überzeugungen wählt.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de, 15. November 2017

Road to Perdition

Road to Perdition

Schon in früher Kindheit bildet sich Paul Newmans Affinität fürs Theater. Mit sieben Jahren "debütiert" er in einer Schulaufführung von "Robin Hood". Mutter Theresa - eine Nonne ungarischer Abstammung - unterstützt seine Ambitionen. Vater Arthur Samuel betreibt einen Sportwarenladen, wo Paul und sein Bruder gelegentlich aushelfen. Zu dieser Zeit bestimmt auch der Traum vom Fliegen die Gedankenwelt des Jungen. Um seinem Ziel näher zu kommen, schreibt er sich nach dem Schulabschluss für das Navy V-12-Programm der Universität von Ohio ein. Doch er muss einen herben Rückschlag wegstecken: bei der medizinischen Untersuchung diagnostizieren die Ärzte Daltonismus (Rotblindheit). Der Berufsweg des Piloten ist somit versperrt.

Tom Hanks und Paul Newman in "Road to Perdition"

Tom Hanks und Paul Newman in "Road to Perdition"

Die Neuorientierung kommt schnell: 1954 schließt er sein Studium der Theaterwissenschaften an der renommierten Universität von Yale ab. Nun kann Paul Newman seiner Leidenschaft für das Schauspiel ausleben. Der logische nächste Schritt ist der Schauspielunterricht bei Method-Acting-Guru Lee Strasberg. Mit seinen klaren blauen Augen, seiner athletischen Figur und der charismatischen Ausstrahlung ist Newman wie prädestiniert für Hollywood. Strasberg erkennt sofort die Qualitäten seines Lehrlings. "Er hätte die Schauspielklasse von Marlon Brando erreichen können, wenn er nicht so hübsch wäre. Newman hat Talent, doch er verlässt sich zu oft auf sein Aussehen", soll Strasberg gesagt haben. Doch es steckt wohl keine Taktik oder Faulheit dahinter. Zeitlebens nimmt Paul Newman Rollen an, die Bezüge zu seiner eigenen Persönlichkeit haben. Oft drückt er so sein politisches Engagement aus. Was ihn antreibt, ist nicht Brandos Besessenheit für menschliche Abgründe. Vielmehr ist es die Hoffnung, ein breites Publikum erreichen und belehren zu können.

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