Retro-Starportrait: Weltstar mit Ecken und Kanten | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Marlene Dietrich
Hitchcock statt Goebbels: Marlene Dietrich

Weltstar mit Ecken und Kanten

"Hier steh ich an den Marken meiner Tage" dichtet der Dramatikers Carl Theodor Körner in seinem Sonett. Zeitlebens agitierte er als Kämpfer für die Freiheit und gegen die napoleonische Fremdherrschaft in Deutschland. Der Vers dient auch als Inschrift des Grabsteins eines ungewöhnlichen deutschen Weltstars. Ähnlich wie Körner gleicht das Leben von Marlene Dietrich einem nicht enden wollenden Kampf gegen äußere und innere Widerstände. Im eigenen Land nach dem 2. Weltkrieg als Verräterin gebrandmarkt, wird sie außerhalb Deutschlands sowie von der deutschen Intelligenz als Leinwandgöttin verehrt.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 20. November 2017

Marlene Dietrich - Her Own Song

Marlene Dietrich - Her Own Song

Ein unmoralisches Angebot
Die gebürtige Schönebergerin Marie Magdalene Dietrich ist der erste deutsche Filmstar, der Hollywood erobert. Sie dreht mit Sir Alfred Hitchcock, Ernst Lubitsch, Orson Welles und Billy Wilder, um nur einige der Regietitanen zu nennen. Mit einem Zeitgenossen will sie zeitlebens nichts zu tun haben. Als NS-Propagandaminister Joseph Goebbels der Diva 1936 ein Angebot zur Rückkehr nach Nazideutschland macht, lehnt diese empört ab. Auch Rekordgagen und die Zusicherung der freien Auswahl von Drehbuch und Mitarbeitern können sie nicht umstimmen. Im Gegensatz zu vielen anderen prominenten deutschen Künstlern ihrer Zeit, behält die Dietrich ihre weiße Weste und bleibt moralisch auf der richtigen Seite!

Marlene Dietrich

Marlene Dietrich

Ans Bett gefesselt
Zeitlebens strickt sie an ihrer eigenen Legende. Mit elf Jahren gibt sie sich den Vornamen Marlene und verschweigt geflissentlich erste Stummfilmrollen, bis sie vom anerkannten Theaterregisseur Max Reinhardt ihr erstes Bühnenengagement erhält. Als sie am 6. Mai 1992 mit 90 Jahren in Paris verstirbt, hat sie ihr Bett bereits elf Jahren nicht mehr verlassen. Kontakt mit der Außenwelt hält sie nur übers Telefon oder über ihre Tochter Maria Riva. Mithilfe eines mechanischen Greifarmes holt sie sich die Dinge des täglichen Bedarfs an ihre Schlafstelle in der Avenue Montaigne 12. Von Tabletten - und Alkoholsucht gezeichnet erleidet sie dort ihren zweiten Schlaganfall in dessen Folge Herz und Nieren versagen. So lautet die offizielle Version. Gerüchten zufolge stirbt sie an einer Überdosis Schlaftabletten.

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