Retro-Starportrait: James Bonds Vater | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Fünf Agenten im Dienste ihrer Majestät
Irrwege eines Autors: Ian Fleming

James Bonds Vater

Eigentlich will der junge Ian Lancaster Fleming zum Auswärtigen Amt. Über den Umweg des Nachrichtenjournalisten, Wertpapierhändlers und Spions in der Sowjetunion wird er schließlich auch noch ein erfolgreicher Schriftsteller. Mit der Figur des britischen Geheimagenten James Bond, der im Auftrag ihrer Majestät die Welt rettet, setzt er sich ein Denkmal. Er verfasst zwölf Bond-Romane, wobei er die Rechte für seinen Erstling "Casino Royale" 1953 für gerade einmal 6.000 Dollar verschleudert.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 25. November 2017

James Bond 007 jagt Dr. No

James Bond 007 jagt Dr. No

Im geheimer Mission
Weder das renommierte Eton College, noch die königliche Militärakademie Sandhurst schließt Fleming erfolgreich ab. Nachdem ihm auch noch der Einstieg beim Auswärtigen Amt misslingt, steigt er nach diversen Anstellungen beim US-Marine-Nachrichtendienst ein. Ab 1941 wird er als Verbindungsoffizier des dortigen Geheimdienstes eingesetzt. Er kommandiert eine Spezialeinheit der Royal Marines die unter Anderem mit der Operation Goldeneye betraut ist. Zu ihren Aufgaben zählt die militärische Abwehr deutscher Radarüberwachung in Gibraltar und Südspanien. Zu dieser Zeit setzt sich Fleming intensiv mit den vielfältigen Möglichkeiten der Spionage auseinander und schafft so die fachlichen Grundlagen seines späteren Ruhmes.

James Bond 007 - Diamantenfieber - Ultimate Edition

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Familiengründung auf Jamaika
Während einer Militärkonferenz auf Jamaika verliebt er sich in Land und Leute. Er erwirbt ein Grundstück am Meer und gibt seinem Anwesen den Namen Goldeneye. In kalten Wintermonaten zieht er sich immer wieder auf die Karibikinsel zurück und arbeitet an neuen Bond-Abenteuern. 1952 heiratet er unter der karibischen Sonne Anne Rothermere, noch im gleichen Jahr bekommen sie ihren Sohn Casper.

Alles könnte so schön sein, doch die filmische Adaption seines ersten 007-Romans "Casino Royale" erhält nur wenig Zuspruch beim amerikanischen Fernsehpublikum. Die Drehbücher zu einer geplanten Serie "James Bond, Secret Agent" landen schnell in den Schubladen der zuständigen Produzenten. Seinen Durchbruch feiert Fleming 1957 mit "Liebesgrüße aus Moskau". Aufgrund der plötzlich erwachten Popularität der Figur des smarten Geheimdienstlers entschließt sich der Autor, weitere Fortsetzungen zu schreiben, obwohl er sich eigentlich ernsthafteren literarischen Sujets annehmen will. Sein journalistisches Gespür nützt ihm bei der Themenfindung für neue Bond-Erzählungen. Von einer Reportage für die Sunday Times zum Thema Diamantenschmuggel inspiriert, entsteht 1957 sein Roman "Diamonds Are Forever". Danach werden auch "Goldfinger" und "Thunderball" von einer großen Leserschaft begeistert verschlungen und Fleming konzentriert sich fortan einzig auf seine Autorentätigkeit.

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