Retro-Starportrait: Brautjungfer Sir Alfred Hitchcock | FILMREPORTER.de
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Alfred Hitchcock zeigt

Alfred Hitchcock zeigt

Hollywoods Ruf
1938 gibt Alfred Hitchcock schließlich dem lukrativen Werben aus Kalifornien nach. Trotz Spannungen mit Produzent David O. Selznick wird sein Hollywooddebüt "Rebecca" ein internationaler Erfolg und wird 1940 gleich mehrfach für den Oscar nominiert. Sein erster Farbfilm "Cocktail für eine Leiche" stößt 1948 hingegen auf wenig positive Resonanz, gilt heute jedoch als stilprägendes Kinokammerspiel. Mitte der 1950er Jahre folgen mit "Bei Anruf Mord", "Das Fenster zum Hof", "Über den Dächern von Nizza" und "Der Mann, der zuviel wußte" triumphale Erfolge fast wie am Fließband. Vielleicht auch deshalb nimmt Hitchcock in dieser Zeit die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Obwohl das Psychodrama "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" im Jahr 1958 bei Publikum und Kritik durchfällt, zählt der Film inzwischen längst zu den Klassikern der Filmgeschichte. Eine ähnliche Rezeptionsgeschichte durchläuft unmittelbar danach "Der unsichtbare Dritte", im Gegensatz zu "Psycho", der dem Regisseur in der Folge den größten kommerziellen Erfolg seiner Karriere beschert.

Marnie

Marnie

Wendepunkt und Spätwerk
Der animalische Horrorfilm "Die Vögel" bildet eine Zäsur in Hitchcocks Œvre. Durch den charakteristischen Spannungsaufbau und die eingesetzte Tricktechnik für den Betrachter unvergesslich, taucht darin mit Tippi Hedren letztmals eine Blondine als Protagonistin auf. Zugleich beendet der Regisseur die langjährige Zusammenarbeit mit Kameramann Robert Burks. Die Erfolge bleiben in den Folgejahren prompt aus und die Konflikte mit der mittlerweilen brünetten Tippi Hedren bei den Dreharbeiten zu "Marnie" zermürben den gebürtigen Briten zusehends. Anfang 1968 inszeniert Hitchcock mit dem Spionagethriller "Topas" seinen teuersten Film. Erfolg kann man jedoch bekanntlich nicht kaufen und das Werk bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. 1972 kehrt Hitchcock nach England zurück und beginnt mit den Dreharbeiten zu "Frenzy". Seine Frau Alma erleidet währenddessen einen Herzinfarkt und der Regisseur ist von dem Vorfall sichtlich geschockt. Das fast fertige Werk wird in Abwesenheit Hitchcocks abgeschlossen und ohne seinen Feinschliff zu einem großen Kassenerfolg.

Der morbide Unterhaltungsthriller "Familiengrab" von 1973 ist sein letzter Film. Die Dreharbeiten sind von seinem schlechten Gesundheitszustand geprägt, zudem wird Alma erneut Opfer eines Schlaganfalls - sie überlebt und bleibt bis zuletzt seine engste Vertraute und Beraterin. Zu Beginn des Jahres 1980 wird Alfred Hitchcock zum Knight Commander of the Order of the British Empire ernannt. Dreieinhalb Monate später verstirbt der zum Ritter geschlagene Regisseur am Morgen des 29. April in Los Angeles an Nierenversagen. Ein Schicksal was der Nachhaltigkeit seiner Schaffenskunst wohl auf ewig erspart bleibt.
Timo Buschkämper, Filmreporter.de - 5. Dezember 2017

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