Retro-Starportrait: Fritz Lang in den Fängen des Bösen | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Fritz Lang Sonderedition
Mit Schmäh und Augenklappe

Fritz Lang in den Fängen des Bösen

"Die Menschheit muss in einen Abgrund von Terror gestürzt werden", erklärt Dr. Mabuse. Der akademisch graduierte Schurke gilt als Prototyp des kriminellen Wahnsinnigen. Seine Mission die Welt einem terroristischem Regime Untertan zu machen rückt die literarische Figur, Jahre nach ihrer Entstehung, in die assoziative Nähe von Adolf Hitler. Der Filmvater des rücksichtslosen Charakters, Fritz Lang, bestreitet zeitlebens personifizierte Querverweise. Das Verbot des Films "Das Testament des Dr. Mabuse" durch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels trägt jedoch unweigerlich zur Legendenbildung bei - Langs Karriere schadet das keineswegs.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 10. Dezember 2017

Metropolis

Metropolis

Leben und Weltkrieg
Friedrich Christian Anton Lang kommt 1890 als Sohn eines Architekten in Wien zur Welt. Nach dem Gymnasium beginnt er ein Bauingenieursstudium an der Technischen Hochschule. Ab 1908 besucht er die Wiener Akademie der bildenden Künste und widmet sich der Malerei. Er rundet seine Ausbildung mit einem Besuch im Atelier des Malers Maurice Denis in Paris ab. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrt Lang nach Wien zurück. Der Kriegsfreiwillige wird 1916 schwer verwundet. Während seiner Genesung in Wien beginnt er als Drehbuchautor für den österreichischen Filmregisseur Joe May zu arbeiten. 1917 kehrt er wieder in den Krieg zurück, wird jedoch ein Jahr später nach einer weiteren Verwundung für kriegsuntauglich erklärt.

Massenszene aus "Metropolis"

Massenszene aus "Metropolis"

Private Schicksalsschläge
Nach dem Krieg zieht Lang nach Berlin, wo er kurz darauf Lisa Rosenthal heiratet. Am 25. September des Jahres 1920 nimmt sich seine Ehefrau durch einen Schuss aus seinem Browning-Revolver das Leben. Gerüchten zufolge entscheidet sich Lisa zu diesem Akt der Selbsttötung, nachdem sie Zeugin der Affäre ihres Mannes mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou geworden sei, welche Lang im Umfeld von Joe May kennengelernt hat. Offiziell wird ein Unglücksfall als Todesursache vermerkt. Im August 1922 heiratet Lang schließlich Thea von Harbou, während ihn im gleichen Jahr sein Augenleiden dazu zwingt eine Augenklappe zu tragen. Vielleicht auch wegen privater Schicksalsschläge, sind Leitmotive wie Schuld, Verstrickung, Tod oder Selbstmord immer wieder Motive im Werk von Fritz Lang.

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