Retro-Starportrait: Charmanter Raufbold: Terence Hill | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Terence Hill in "Mein Name ist Nobody"
Schwimmsportler wird Leinwandboxer

Charmanter Raufbold: Terence Hill

Niemand prügelte sich unblutiger und charmanter durch die Filmgeschichte als er. Keine Frau konnte seinen stechend blauen Augen widerstehen. Es wurde sogar behauptet, er trage Kontaktlinsen, um seine eigentlich braunen Augen zu verstecken. Die Rede ist von Terence Hill. Der Italiener, bekannt durch seine meist parodistischen Spagettiwestern, begann seine Karriere nicht als Schläger, sondern als Literat und Schwimmsportler.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 17. Januar 2018

Allein gegen das Gesetz, Terence Hill

Allein gegen das Gesetz, Terence Hill

Schauspieler? Nein, danke!
In Terence Hills Leben finden sich zwei Konstante wieder: seine Leidenschaft für den Film und sein Engagement für die Familie. Schon mit zwölf Jahren stand er erstmals vor der Kamera. Damals allerdings noch unter seinem bürgerlichen Nahmen Mario Girotti. Den Künstlernamen Terence Hill nahm er erst 1967, während der Dreharbeiten zu "Zwei vom Affen gebissen" an. Aber zurück zu den Anfängen. Regisseur Dino Risi entdeckte Hill während eines Schwimmwettbewerbs, den er mit seiner Jugendmannschaft Lazio bestritt und engagierte ihn mit anderen Kindern für seinen Film "Vacanze col gangster". Allerdings verbscheute der junge Girotti das steife Rezitieren von Texten, hatte Lampenfieder und entschied sich daher gegen eine frühe Leinwandkarriere. Mit 15 besuchte er zwar für kurze Zeit eine Schauspielschule, schrieb sich dann aber doch in Rom für das Literaturstudium ein. Während dieser Zeit nahm er kleinere Rollen an, um sich das Studentenleben zu finanzieren. Nach drei Jahren war dann definitiv Schluss mit der Uni und Terence Hill traf die Entscheidung, Vollblutschauspieler zu werden.

Mein Name ist Nobody, man kennt mich auch als Terence Hill

Mein Name ist Nobody, man kennt mich auch als Terence Hill

Das Jahr der Entscheidungen
Das Jahr 1967 war für Terence Hill in vieler Hinsicht kennzeichnend. Bei den Dreharbeiten zu "Zwei vom Affen gebissen" lernte er nicht nur seine spätere Frau, die deutsch-amerikanische Dialogtrainerin Lori Zwicklbauer kennen, es war auch sein erster gemeinsamer Film mit Bud Spencer. Die actionreiche Westernkomödie markiert einen Stilbruch in seinem Schaffen. Zuvor spielte Hill in Monumentalfilmen mit, war in "Winnetou" und in "Die Nibelungen" zu sehen. Doch ab 1967 wandte er sich dem Genre des Italo-Western zu und feierte damit seine größten Erfolge. Waren die ersten Filme mit Spencer hart und humorlos, so etablierte sich das Duo immer mehr durch komödiantische Einlagen und spritzige Dialoge. Allein schon der optische Gegensatz zwischen dem drahtigen Hill und dem bärtigen, korpulenten Spencer passte perfekt. Ihre Filme wurden komischer und erfolgreicher. Die vielen Prügelszenen kamen ohne Blut und Tote aus und waren stets stark überzeichnet. In dieser Zeit entstanden Werke wie "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970), "Vier Fäuste für ein Hallelujah" (1971) sowie der Klassiker "Das Krokodil und sein Nilpferd" (1979).

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