Retro-Starportrait: Idealist Henry Fonda | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

RETRO Feature

Henry Fonda in "Spiel mir das Lied vom Tod"
Amerikanische Tugenden nur vor der Kamera

Idealist Henry Fonda

Freunde dürfen ihn 'Hank' rufen. Über hundert Filmrollen für Kino und Fernsehen und fünf Eheschließungen sprechen für sich. Das American Film Institute führt Henry Fonda in seiner Rangliste der größten Schauspieler aller Zeiten auf Position sechs. Er gilt als einer der besten Charakterdarsteller seiner Generation. Mit der eindringlichen Darbietung moralisch unfehlbarer Gerechtigkeitsfanatiker verkörpert er amerikanische Tugenden wie kaum ein Zweiter. Was steckt hinter der Ikone?
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 20. April 2018

Spiel mir das Lied vom Tod

Spiel mir das Lied vom Tod

Anfänge am Broadway
Im Jahr 1905 als Sohn eines Druckers in den Weiten des US-Bundesstaates Nebraska geboren, ist sich der heranwachsende Henry Jaynes Fonda bald seines Berufswunsches sicher: Er will Journalist werden. Im Zuge seines Studiums an der Universität von Minnesota trifft er auf James Stewart, der ihn mit seiner Begeisterung für die Schauspielerei bald ansteckt. Zusammen gehen sie nach New York City und beziehen ein kleines Appartement, während sie am Broadway erste Rollen spielen. Die Anerkennung lässt nicht lange auf sich warten. Bereits nach einigen Bühnenerfolgen wird die kalifornische Filmfabrik auf den talentierten Nachwuchsdarsteller aufmerksam. Fonda wechselt nach Hollywood, bleibt der Theaterwelt jedoch zeitlebens eng verbunden.

Henry Fonda in "Spiel mir das Lied vom Tod"

Henry Fonda in "Spiel mir das Lied vom Tod"

Rassante Hollywoodkarriere
In John Fords Verfilmung von John Steinbeck "Früchte des Zorns" ist Fonda 1940 als rebellischer Farmarbeiter Tom Joad zu sehen. Die Rolle bringt ihm den Durchbruch als Filmschauspieler und zugleich seine erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein. Es folgen Auftritte in Western-Klassikern wie "Ritt zum Ox-Bow", "Faustrecht der Prärie" oder "Bis zum letzten Mann". Mitte der 1950er Jahre arbeitet Fonda mit Regielegende Alfred Hitchcock zusammen. Der inszeniert mit Fonda "Der falsche Mann". Ein Jahr später spielt er unter der Regie von Sidney Lumet in dem mittlerweile zu den Filmklassikern gehörigen Gerichtsdrama "Die Zwölf Geschworenen". Zumeist verkörpert Fonda den moralisch integereren Moralisten, der uneingeschränkt der Gerechtigkeit unterworfen ist. Erst mit Hilfe von Sergio Leone schafft er 1968 den Bruch mit dem lang gepflegten, etwas langweiligen Image. Als eiskalter Auftragskiller in "Spiel mir das Lied vom Tod" kann Fonda Kritik wie Publikum überzeugen und trägt seinen Teil zum Erfolg des Ausnahmewesterns bei. Der Frontwechsel tut Fonda gut, weil es eine weitere Facette seiner Schauspielkunst an die Oberfläche bringt.

Seite: 1 Seite vor >>

Zum Thema

Porträt zu Henry Fonda

Henry Fonda

Darsteller, Produzent
Henry Fonda zählt zu den bedeutendsten Schauspielern des 20. Jahrhunderts. Der schlanke, aristokratisch anmutende und attraktive Schauspieler mit... weiter
Pier Paolo Pasolini

Weitere Retrofeatures: Pasolini - der romantische Gläubiger

Am 2. November 1975 wird der entstellte Leichnam eines schlanken Mannes am... weiter
Roberto Rossellini

Grenzgänger Roberto Rossellini

Obwohl vom strengen Katholizismus seiner Zeit geprägt, wird Roberto Rossellini zum... weiter
Die Rote

Eigenständige Ruth Leuwerik

"Die Trapp-Familie" ist Ruth Leuweriks einziger internationaler Erfolg. Die... weiter
© 2018 Filmreporter.de