Retro-Starportrait: Wechselhafte Karriere: Oskar Werner | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Oskar Werner und Martine Carol im Bierkeller
Von Gumpendorf nach Hollywood

Wechselhafte Karriere: Oskar Werner

An der Pforte zu seinem Grundstück im österreichischen Thallern hängt ein Schild mit der Aufschrift: "Gewähret dass ich ersuche, bitte keine unangemeldeten Besuche!" Oskar Werner gilt als einer der führenden Film- und Theaterschauspieler seiner Generation. Sein exzentrisches Auftreten und selbstzerstörerisches Wesen machen die Zusammenarbeit mit ihm allerdings nicht leicht. Trotz aller Widrigkeiten legt der charismatische Darsteller einen langen Karriereweg zurück, der ihn von der Tristesse des 6. Wiener Bezirks, bis ins Mekka der US-amerikanischen Filmindustrie führt.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 10. Mai 2018

Oskar Werner in einer Szene aus "Hamlet".

Oskar Werner in einer Szene aus "Hamlet".

Bewegte Kindheit
Oskar Josef Bschließmayer wird 1922 in Wien geboren und wächst unter einfachen Verhältnissen in Gumpendorf im 6. Stadtbezirk auf. Seine Mutter ist Fabrikarbeiterin, während sein Vater als Versicherungsvertreter sein Geld verdient. Die Liebe zwischen den Eltern erkaltet bald, weshalb der kleine Oskar bei Mutter und Großmutter heranwächst. Als der Junge acht Jahre alt ist, versucht sich die Mutter, verzweifelt ob ihrer Lebensumstände, das Leben zu nehmen. Am 9. November 1938 ist der mittlerweile 15-jährige Zeuge der nationalsozialistischen Novemberpogrome in Wien. Ein Erlebnis welches ihn zeitlebens prägt und zum pazifistischen Antifaschisten werden ließ.

Oskar Werner mimt den österreichischen Komponisten

Oskar Werner mimt den österreichischen Komponisten

Kriegs-Theater
Bereits während der Schulzeit begeistert sich Oskar für das Schauspiel. Übers Schultheater, als Komparse beim Film und mit Sprechrollen im Rundfunk kommt er dem Beruf des Schauspielers näher. Die Schule muss er schließlich ohne Abschluss verlassen, was das renommierte Wiener Burgtheater 1941 jedoch nicht davon abhält, Werner als Ensemblemitglied zu engagieren. Während dem zweiten Weltkrieges wird die Anstellung allerdings wiederholt durch Werners Einberufung zum Dienst im Heer unterbrochen. Auch weil seine damalige Lebenspartnerin Elisabeth Kallina nach den Nürnberger Rassegesetzen als Halbjüdin gilt, desertiert er 1944 mit Frau und Tochter Eleonore und versagt der Wehrmacht endgültig den Dienst. Nach Kriegsende bleibt er dem Burgtheater treu und heiratet seine große Liebe Elisabeth. Dabei legt er seinen bürgerlichen Familiennamen offiziell ab.

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