Retro-Starportrait: Ironie eines Todes | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Peter Sellers war ein Mann der Extreme
Das kranke Herz der Komik: Peter Sellers

Ironie eines Todes

"Ich hasse alles, was ich tue." Das Essen sollte an einem der kommenden Tage in London stattfinden. Die ehemaligen Partner Spike Milligan und Harry Secombe haben sich bereit erklärt, über eine Renaissance der "Goon-Show" zu verhandeln. Es ist der 22. Juli im Dorchester Hotel an der Park Lane. Die Wiedervereinigung des ehemaligen Ensembles wird von diesem Tag an für alle Ewigkeit begraben. In einer Suite der Luxusherberge kollabiert Richard Henry Sellers. 36 Stunden später verstirbt der Schauspieler in einem Londoner Krankenhaus. Nur ein Foto seiner ersten Frau Anne Howe trägt er zum Zeitpunkt seines Todes bei sich.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de, 24. November 2016

Peter Sellers als erster Mann auf dem Playboy Cover im April 1964

Peter Sellers als erster Mann auf dem Playboy Cover im April 1964

Auf Playboy-Cover mit Karen Lynn Gorney
1964 ist Peter Sellers das erste männliche Model auf dem Playboy-Cover. Für die April-Ausgabe posiert er zusammen mit der späteren Schauspielkollegin Karen Lynn Gorney auf der Frontseite des Herrenmagazins. Im gleichen Jahr muss er am Set von Billy Wilders Satire "Küß mich, Dummkopf" von einem Schauspielkollegen ersetzt werden. Sellers erleidet während der Dreharbeiten seinen ersten Herzinfarkt. Drei weitere stehen ihm noch bevor.

Zum Zeitpunkt des ersten Infarkts ist er gerade mal 39 Jahre alt. Am 8 September 1925 wird Richard Henry Sellers in der englischen Grafschaft Hampshire geboren. Seine Eltern Agnes und Bill rufen ihren Sprössling schon in jungen Jahren "Peter". Dies geschieht in Erinnerung an den älteren Bruder von Richard Henry, der einige Jahre vor seinem Bruder tot geboren wurde.

Peter Sellers liebte den provokativen Humor

Peter Sellers liebte den provokativen Humor

Gesundheitlicher Zusammenbruch
Irrsinnige Texte surrealen Humors gemixt mit bizarren Sound-Effekten sind zwischen den Jahren 1951 bis 1960 das Markenzeichen der "Goon-Show". Das komödiantische Radioformat der BBC ist die erste ernstzunehmende künstlerische Plattform für den ambitionierten Sellers. Das Einflussgebiet der provokanten Sendung reicht bis in die Vereinigten Staaten und beeinflusst nachhaltig den Nachkriegshumor des vereinigten Königreichs. Unter anderem lässt sich die damalige Studentengruppe "Monty Python" in ihrem Schaffen von der "Goon-Show" inspirieren. Für Sellers ist es der Anfang einer Weltkarriere.

Doch der gesundheitliche Zusammenbruch von 1964 verändert den Darsteller. Das anfällige Herz beeinträchtigt in der Folge permanent seine Gesundheit. Er trägt einen Herzschrittmacher um erneute Ausfälle der Herzmuskulatur abzufangen. Im Angesicht seiner körperlichen Versehrtheit stürzt er sich in zahlreiche Filmprojekte, deren Qualität unter der Massenproduktion leiden. Nicht nur die künstlerische Fassade bekommt in dieser Zeit Risse. Private Eskapaden rücken den Mimen in den Fokus der Boulevardpresse. Ein Potpourri aus Liebesaffären, Eheschließungen und Scheidungsprozessen sorgen für weiteren Stress. Doch der ist Gift für sein krankes Herz.

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