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Der Mann, der zuviel wußte
Internationale Filmfestspiele eröffnet

Cannes zeigt Hitchcock

Gespannt blicken Filmschaffende aus aller Welt auch in diesem Jahr nach Cannes. Einmal mehr ist der südfranzösische Badeort für zwei Wochen Mittelpunkt der Filmbranche. Vom 23. April bis zum 10. Mai 1956 werden dem Publikum Werke von Meistern ihres Fachs vorgeführt, darunter Alfred-Hitchcocks "Der Mann, der zuviel wußte".
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de,  2. Juli 2013

Alfred Hitchcock

Alfred Hitchcock

Goldkehlchen Doris Day
Neben "Schmutziger Lorbeer" mit Humphrey Bogart, der auch als Wettbewerbsbeitrag laufen wird, werden an "Der Mann, der zuviel wußte" sicherlich die größten Erwartungen gestellt. Schließlich versteht es kaum ein zweiter Regisseur, einen so vortrefflichen Spannungsaufbau zu erzeugen, wie ihn der Engländer Alfred Hitchcock in steter Regelmäßigkeit entwirft.

Angeblich soll Hauptdarstellerin Doris Day in dem Kriminalfilm wieder ihre Klasse als Sängerin unter Beweis stellen. Nicht wenige Zeitgenossen attestieren der Amerikanerin eine größere Begabung als Sängerin, denn als Schauspielerin. Handelt es sich für Doris Day um die erste Zusammenarbeit mit dem Meister-Regisseur, so markiert "Der Mann, der zu viel wusste" bereits die dritte filmische Kooperation zwischen Alfred Hitchcock und James Stewart. Er wirkte schon in "Cocktail für eine Leiche" und in "Das Fenster zum Hof" mit. Das illustre Cannes-Publikum darf sich also auf ein eingespieltes Duo freuen.

Das Fenster zum Hof

Das Fenster zum Hof

Kinderlied für Doris Day
"Der Mann, der zuviel wußte" (1956) ist das Remake des gleichnamigen Films, den Alfred Hitchcock bereits 1932 in England gedreht hatte. Nachdem Warner Brothers den Regisseur 1953 drängte, seinen nächsten Film in 3D zu drehen, schloss er im gleichen Jahr einen Vertrag mit Paramount, das ihm eine größere künstlerische Freiheit garantierte.

Damit begann seine erfolgreichste Schaffensperiode. Nach "Das Fenster zum Hof" (1954) oder "Über den Dächern von Nizza" (1955) wurde Hitchcock für "Der Mann, der zu viel wusste" ein weiteres Mal überschwänglich gelobt. Für James Stewart war es der dritte von vier Filmen unter Alfred Hitchcocks Regie.

Paramount verpflichtete im Vorfeld Doris Day als Hauptdarstellerin, das Studio wollte ihre Popularität als Sängerin ausnutzen. Obwohl sie sich wehrte, wurde vertraglich festgelegt, dass sie ein Lied singen musste. Sie sträubte sich, das eigens komponierte "Qué Será, Será" vorzutragen, da es sich in ihren Augen "nur um ein Kinderlied" handelte. Der Song gewann einen Oscar als bestes Filmlied, wurde zum größten Erfolg ihrer Platten-Karriere und später zur Erkennungsmelodie von Doris Day.
Jassien Kelm/Filmreporter.de - 2. Juli 2013
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