Retronews: Marlon Brandos Regiedebüt | FILMREPORTER.de
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Marlon Brando sitzt auf dem Regiestuhl
Aus Freunden werden Feinde

Marlon Brandos Regiedebüt

Marlon Brando setzt sich auf den Regiestuhl. Mit dem Western "One-Eyed Jacks" (zu deutsch "Einäugige Bursche") dreht er seinen ersten Film in Eigenregie. Dabei spielt er nicht nur die Hauptrolle sondern erarbeitet mit Guy Trosper und Calder Willingham auch das Drehbuch. Die Geschichte basiert auf einer Romanvorlage von Charles Neider. Diese trägt in der deutschen Übersetzung den ungeheuer langen Titel "Die einzig wahre Geschichte vom Leben und grausamen Ende des berühmten Revolverhelden Hendry Jones, genannt Billy the Kid".
Von  Gudrun Schmiesing/Filmreporter.de,  2. Dezember 2013

Marlon Brando zeigt sich als gutgelaunter Regisseur

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Sein eigener Regisseur
Die Dreharbeiten zu "Einäugige Burschen" sind fast abgeschlossen. Wie die Zeitschrift Film Revue von 1959 berichtet, legte Marlon Brando hohen Wert auf Professionalität und scheute sich nicht vor gefährlichen Szenen. So bestand er darauf, Außenaufnahmen auf den Felsen von Monterey in Nordkalifornien selbst zu drehen. Bereits zu Zeiten, in denen er nur schauspielerte, hat er sich bereits als Regisseur gesehen. So sagt er gegenüber der Film Revue: "Eigentlich war ich stets mein eigener Regisseur." Und fügt hinzu: "Während ich spiele, empfinde ich deutlich, ob meine Mitspieler und ich richtig reagieren." In "One-Eyed Jacks" stellt der 34-Jährige den Bankräuber Rio dar. Nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis will er sich an seinem ehemaligen Partner Dad Longworth (Karl Malden) rächen. Dieser ist inzwischen Sheriff und mit Maria (Katy Jurado) verheiratet. Longworth hatte das mit Rio erbeutete Gold an sich genommen und ihn verraten.

Marlon Brando zeigt allen, wie es geht

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Schwarz-Weiß statt Grau
"One-Eyed Jacks" kam unter dem Titel "Der Besessene" in die deutschsprachigen Kinos. Der Western blieb Brandos einzige Regiearbeit. Vielleicht hatte er danach genug, denn die Fertigstellung des Films war äußerst mühsam. Brando drehte sechs Mal soviel Aufnahmematerial als seinerzeit üblich. Stundenlang wartete er am Pazifikstrand, um die perfekt tosendende Welle vor die Linse zu bekommen. Auch beim Schneiden zeigte sich Brando unentschlossen und strapazierte die Geduld der Paramount-Bosse aufs Äußerste. Da er sich nicht entscheiden konnte, wurde der Film schließlich fünf Stunden lang. Zu lang für den durchschnittlichen Kinobesucher, fand das Produktionsstudio und ließ das Material neu schneiden. Der Western wurde später für einen Oscar nominiert. Mit dem Ergebnis war Brando dennoch unzufrieden. "Für sie [Paramount]" mag es jetzt ein guter Film sein. Aber er hat nichts mit dem Film zu tun, den ich gemacht habe. Jetzt sind die Charaktere schwarz-weiß geraten, nicht grau und menschlich, so wie ich es wollte", wird Brando zitiert.
Gudrun Schmiesing/Filmreporter.de - 2. Dezember 2013
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