Retronews: Glückliche Welt am Immenhof | FILMREPORTER.de
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Jungschauspieler Peter Tost, Matthias Fuchs und Heidi Brühl
Ponys aus aller Welt

Glückliche Welt am Immenhof

Die Holsteinische Schweiz ist die schöne Kulisse für Wolfgang Schleifs "Die Mädels vom Immenhof" nach dem Jugendbuch "Dick und Dally und die Ponies" von Ursula Bruns. Wie die Filmzeitschrift Film Revue in ihrer zweiten Augustausgabe des Jahres 1955 berichtet, sind neben den Kinderdarstellern Angelika Voelkner und Heidi Brühl zahlreiche Ponys zu sehen. Autorin Bruns hat ihre Beziehungen spielen lassen und die Tiere persönlich aus Island, Schottland und von den Shetland-Inseln einfliegen lassen.
Von  Willy Flemmer, Filmreporter.de,  5. April 2015

Wolfgang Schleif bei der Arbeit mit Heidi Brühl für "Die Mädels vom Immenhof"

Wolfgang Schleif bei der Arbeit mit Heidi Brühl für "Die Mädels vom Immenhof"

Ärger und Ordnung im Paradies
Die Geschichte handelt von Oma Jantzen (Margarete Haagen), die eine bankrotte Ponyzucht unterhält. Das mag auch an ihrem Angestellten liegen, der sich lieber um den Reitunterricht für junge Damen in der nahen Stadt kümmert, als um die Gutsverwaltung. Immerhin bereiten der alten Dame ihre zwei ostpreußischen Flüchtlingswaisen Dick (Angelika Voelkner) und Dally (Heidi Brühl) viel Freude. Die Mädchen lieben es, auf den Ponys zu reiten und bringen mit ihrer Unbekümmertheit wieder den Himmel auf das Gut Immenhof und diverse Schwierigkeiten zwischen Erwachsenen und Kindern ins rechte Lot.

Angelika Meissner und Matthias Fuchs in "Die Mädels vom Immenhof"

Angelika Meissner und Matthias Fuchs in "Die Mädels vom Immenhof"

Erfolg durch "Immenhof"
Der studierte Philosoph, Pädagoge und Psychologe Wolfgang Schleif begann 1935 seine Film-Karriere als Spielleiter-Volontär. Drei Jahre später war er als Regie-Assistent für Veit Harlan tätig, dem er unter anderem bei "Das unsterbliche Herz" (1939) sowie den Propaganda-Werken "Jud Süß" (1940) und "Kolberg" (1945) assisitierte. Trotzdem wurde Schleif nach dem Zweiten Weltkrieg von der DEFA als Regisseur angestellt und gab für die Produktionsfirma mit "Grube Morgenrot" (1948) sein Debüt. 1953 trennte sich Schleif aus wirtschaftlichen Gründen von der DEFA. Dem Regisseur wurde sein Gehalt in Ostmark ausgezahlt, das der West-Berliner zu einem ungünstigen Kurs in Westmark umtauschen musste.

Trotz einiger Erfolge geriet der Regisseur immer wieder in Misskredit, weil seine Filme den SED-Verantwortlichen nicht zusagte. In Westdeutschland konnte Schleif nahtlos seine Karriere fortsetzen. Hier drehte er bis Mitte der 1960er Jahre durchschnittlich zwei Filme pro Jahr. Erfolgreich war er vor allem mit "Die Mädels vom Immenhof", dem mehrere Fortsetzungen folgen sollten. Außerdem trug er mit "Rommel ruft Kairo" (1959) und "Zärtliches Geheimnis" (1955) zum damals populären Genre des Agentenfilms bei. In den 1970er Jahren versuchte sich Schleif erneut an der "Immenhof"-Reihe, doch weder "Die Zwillinge vom Immenhof" (1973) noch "Frühling auf Immenhof" (1974) fanden ihr Publikum.
Willy Flemmer, Filmreporter.de - 5. April 2015
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