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Anthony Quinn und Shirley Booth in "Hitzewelle"
Hitzige Gefechte in Lousiana

Anthony Quinn wird's zu heiß

Es gibt schwüle Tage, an denen die Hitze der Katalysator für einen Riesenkrach sein kann. Die Wetterglut reizt, Nerven liegen blank. Ein falsches Wort oder eine unbedachte Handlung kann zum Streit führen. Die Illustrierte Film und Frau berichtet Anfang 1959 über Daniel Manns Drama "Hitzewelle", in dem es an einem heißen Sommertag zum endgültigen Zusammenbruch zwischenmenschlicher Verhältnissen kommt.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de, 13. April 2016

Anthony Quinn, Shirley MacLaine, Earl Holliman und Shirley Booth in "Hitzewelle"

Anthony Quinn, Shirley MacLaine, Earl Holliman und Shirley Booth in "Hitzewelle"

Ehe am Ende
Familie Duval erlebt im sommerlichen Lousiana eine Hitzewelle, die die Gemüter aller Mitglieder erhitzt. Tochter Virginia (Shirley MacLaine) hat einen Freund, dem sie näher kommen möchte. John Henry "Buddy" Duval, Jr. (Earl Holliman) ist es leid, im Geschäft des Vaters zu arbeiten und möchte sich selbstständig machen. Die liebenswerte und blauäugige Mutter Alma (Shirley Booth) merkt nicht, welche Konflikte sich in ihrer Familie langsam zusammenbrauen. Sie will auch nicht wahrhaben, dass ihre Ehe eingeschlafen ist und ihr Mann sich nach anderen Frauen umschaut. Am Geburtstag von Vater Jack (Anthony Quinn) erreichen die Spannungen ihren Höhepunkt. Jeder streitet mit jedem. Aufgebracht verlässt Jack das Haus. Er will mit seiner jungen Geliebten nochmal ganz neu anfangen. Doch in diesem neuen Leben wird er nie ankommen.

Anthony Quinn und Earl Holliman in "Hitzewelle"

Anthony Quinn und Earl Holliman in "Hitzewelle"

Vom Zeitungsjungen zum Oscarpreisträger
Als Anthony Quinn 1959 in "Hitzewelle" zu sehen war, war er bereits ein etablierter Schauspieler. Seinen ersten von zwei Oscars bekam er 1953 für "Viva Zapata!". Ein Jahr später engagierte Federico Fellini ihn für die Rolle des Schaustellers Zampanò in "Das Lied der Straße - La Strada". Als Zwölfjähriger musste er zum Lebensunterhalt beitragen und arbeitete als Zeitungsjunge, Straßenprediger und Schuhputzer. Zudem war er begeisterter Bildhauer. Frank Lloyd Wright finanzierte dem jungen Mann sein Architektur-Studium. Desweiteren kam er für die Kosten einer Zungenoperation auf, durch die ein Sprachfehler Quinns behoben wurde.

Nach anschließenden Sprechübungen kam Quinn zur Schauspielerei und stand bald mit Mae West auf der Bühne. Der Durchbruch gelang ihm an der Seite von Marlon Brando in Elia Kazans Inszenierung von Tennessee Williams' "Endstation Sehnsucht". Der Bühne blieb er während seiner Filmkarriere treu. Auch den bildenden Künste widmete er sich weiterhin und war als Bildhauer, Maler und Schmuckdesigner tätig. 2001 verstarb der Darsteller im Alter von 86 Jahren.
Lena Pauli/Filmreporter.de - 13. April 2016
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