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O.W. Fischer mit seinen Mietzekätzchen
Als Kind ein Puppenmörder

O.W. Fischers ruppige Seite

Wie ein friedfertiger, feiner Herr erscheint der 44-jährige Schauspieler und Frauenschwarm Otto Wilhelm Fischer. Aber der erfolgreiche Mime war scheinbar nicht immer so ein angenehmer Zeitgenosse. Als kleiner Bub soll er gegenüber anderen Kindern und besonders Puppen ein Biest gewesen sein. Darunter hatte vor allem eine gewisse Ledwincka Reserl arg zu leiden. Von O.W. Fischers Kindheit berichtet die Illustrierte Filmrevue in ihrem Märzheft 1959.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de, 14. März 2017

O.W. Fischer und sein Bruder Franz

O.W. Fischer und sein Bruder Franz

Lieber Katzen als Puppen
Das alles ist kaum zu glauben, wenn man den Katzenfreund behutsam mit seinen kleinen Mietzekätzchen spielen sieht. Seine Kinderfreundin Ledwincka hat O.W. Fischer damals nicht mit Samthandschuhen angefasst. Zusammen mit ihr wurde der junge, selbstsichere und eigenwillige Junge von seiner Kinderfrau auf Spazierfahrten durch die Lande kutschiert. Dabei hat sich der kleine Bub die neuen Puppen seiner Kinderwagennachbarin gemopst und seiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen. Oft war der Puppenkopf abgerissen oder es fehlten andere Gliedmaßen.

Doch das Mädchen hat die Rasereien des jungen Fischers still ertragen: mit großen Augen sah sie verzückt dem Treiben zu und kann damit als erste, frühe Verehrerin des späteren Schauspielers gelten. Dabei wäre aus dem Buben beinahe kein Darsteller, sondern ein Pater geworden. Denn als Dreijähriger wollte der ruppige, kleine Kerl mit dem Dickschädel noch zum Augustinerorden übertreten.

Mit Sonja Ziemann dreht O.W. Fischer "Menschen im Hotel"

Mit Sonja Ziemann dreht O.W. Fischer "Menschen im Hotel"

Vermögen für die Hunde
Seinen ersten Vornamen 'Otto' erhielt der Niederösterreicher O.W. Fischer in Anlehnung an Otto von Bismarck, den ersten Reichskanzler des deutschen Reiches. Sein zweiter Taufname stand für den deutschen Kaiser Wilhelm I. Seine Karriere beim europäischen Film und Theater, samt einem kurzen und unerfolgreichen Abstecher nach Hollywood, dauerte bis in die 1980er Jahre. 2004 verstarb der Schauspieler 88-jährig im 394-Seelen-Dorf Vernate.

Sein beachtliches Vermögen umfasst eine Villa samt 14.000 Quadratmeter Parkfläche sowie Kunst- und Antiquariatsgegenstände. Vermacht hat er es einem Hundeheim und der Theologischen Fakultät der Universität in Lugano. Zudem bedachte er seine Hausangestellten, als er sein Testament zwei Tage vor seinem Tod neu verfasste. Das Hausmeisterehepaar seines Anwesens durfte laut der Urkunde noch zwei Jahre mietfrei im Dienstbotenhäuschen wohnen.
Lena Pauli/Filmreporter.de - 14. März 2017
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