Retronews: Zu Ehren Friedrich Ermlers | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

RETRO News

Regisseur Friedrich Ermler in Neue Filmwoche, 1947.
Sowjetisches Kino der A-Klasse

Zu Ehren Friedrich Ermlers

Friedrich Ermler gehört zu den größten Regisseuren der UdSSR. Seit "Die Begegnung" aus dem Jahr 1932 hat er sich auch als Tonfilmregisseur einen Namen gemacht. Das Drama, das den Beginn seiner Tonfilmkarriere markiert, ist mit der Musik des großen Dmitri Schostakowitsch untermalt. Das Magazin Neue Filmwelt aus dem Jahr 1947 lässt Ermlers Werke Revue passieren. Anlass ist sein neuester Film "Die große Wende".
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de,  6. Juni 2017

Die Neue Filmwelt aus dem 1947.

Die Neue Filmwelt aus dem 1947.

Porträt eines monumentalen Regisseurs
Friedrich Ermler besticht durch eine individuelle Arbeitsweise, die seine Filme unverkennbar macht. Er hat einen langen Weg des schöpferischen Suchens hinter sich, um zum Kern seiner Darstellungen zu kommen: der Mensch. Im Zentrum all seiner Werke steht die subjektive Welt, und nicht selten das oftmals schwere Schicksal des Menschen. "Das schneeverwehte Haus" ist in dieser Hinsicht ein prägnantes Beispiel. Die innovative Kraft des Films liegt darin, dass Ermler drei lose miteinander verbundene Sujets verfolgt.

Diesem strengen psychologischem Realismus folgt er auch in "Trümmer des Imperiums". Dort erzählt er die Geschichte eines Mannes, der sein Gedächtnis während des ersten Weltkrieges verliert und es erst nach der Oktoberrevolution wieder erlangt. Der originelle Plot und die Gegenüberstellung zweier unterschiedlicher politischer Epochen machen den Film zu einem wichtigen Gesellschaftsbeitrag. Ein Höhepunkt in der Tonfilmkarriere von Friedrich Ermler ist "Der große Bürger". Sein neuestes Werk, "Die große Wende", wird mit Sicherheit ein Meilenstein in der sowjetischen Filmkunst. Es ist das Porträt junger Patrioten, die dank unbesiegbarer Heimatliebe und Energie der sowjetischen Armee Ruhm gebracht haben.

Logo Filmfest Cannes, 2005

Logo Filmfest Cannes, 2005

Kunst unter Einfluss der Politik
Zweifellos ist Friedrich Ermler einer der bedeutendsten Regisseure aus der sowjetischen Stumm- und der Anfangsära des Tonfilms. Höhepunkt seiner Karriere bleibt "Die große Wende" aus dem Jahr 1946. Das Kriegsdrama wurde mit dem Grand Prix der Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet. Pionierarbeit leistete er vor allem in der originellen Herangehensweise und in der Vorliebe zum Experimentieren. Dies zeichnet sein gesamtes Werk aus. Öfters verwendete er neben dem Schauspiel dokumentarische Filmaufnahmen. Parallel verlaufende Handlungsstränge waren ebenfalls eine beliebte Technik.

Von 1939 bis 1943 war Ermler künstlerischer Leiter der sowjetischen Produktionsfirma Lenfilm. Friedrich Ermler beteiligte sich an der Oktoberrevolution und war Mitglied der sowjetischen kommunistischen Partei. Seine politische Orientierung spiegelte sich auch in seinen Werken. Oft wurden seine Filme zu unrecht als Propaganda abgestempelt.
Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de - 6. Juni 2017
Newsübersicht: KinoFestivalDVDStarsKurznewsRetroNews

Zum Thema

Porträt zu Friedrich Ermler

Friedrich Ermler

Regisseur, Drehbuch, Produzent
weiter
Gregory Peck spielt Francis Scott Fitzgerald in "Die Krone des Lebens"

Weitere Retronews: Schriftsteller Gregory Peck

Gregory Peck übernimmt in Henry Kings "Die Krone des Lebens" die Rolle des berühmten... weiter
Liselotte Köster

Mit Tellerrock und Tütü

Liselotte Köster muss sich nicht in Form bringen, wenn sie für einen Spielfilm... weiter
Das Cover der Neuen Filmwelt im Jahr 1947, 1. Jahrgang, Heft 2.

Europäisches Kino im Kommen

Das kleine Städtchen Locarno in der italienischsprachigen Schweiz ist zur... weiter
© 2017 Filmreporter.de