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Die Croisette bei Nacht.
Cannes im Jahre 1955

Filmfest mit Glanz

Die VIII. Internationalen Filmfestspiele von Cannes neigen sich dem Ende zu. Der Glanz der Veranstaltung übertraf die Feier der vergangenen Jahre. 41 Nationen entsandten Vertreter zur französischen Côte d'Azur. Hollywood-Star Marilyn Monroe verpasste die Veranstaltung, doch Italiens Kinodiven Gina Lollobrigida und Sophia Loren verliehen dem Festival den nötigen Sexappeal.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de, 11. November 2017

Van Johnson und Doris Day im Gespräch vertieft.

Van Johnson und Doris Day im Gespräch vertieft.

Buntes Film-Kaleidoskop
Die Fan-Massen umjubelten Stars wie Françoise Arnoul, Brigitte Bardot, Doris Day und Grace Kelly. Auch deutsche Leinwandheldinnen wie Margit Saad und Barbara Rütting fanden sich bei der renommierten Filmolympiade ein. Die Mai-Ausgabe 1955 der Zeitschrift Film Revue berichtet über die Preisverleihung.

Sensationen wie in den vorangegangenen Jahren blieben dieses Mal bis zur Schlussrunde des Festivals aus. Die Palme d'Or gewann der Beitrag "Marty" des amerikanischen Regisseurs Delbert Mann. Den Preis für die beste Regie mussten sich zwei Filmemacher teilen. Der Russe Sergei Vasilyev mit dem Kriegsdrama "Geroite na Shipka" und der französische Regisseur Jules Dassin mit dem Krimi "Rififi".

Als bester Film wurde "Jenseits von Eden" von Elia Kazan ausgezeichnet. Mit "Romeo und Julia" gewann ein weiteres sowjetisches Werk den Preis für den besten Musikfilm. Die Dokumentation "Der verlorene Kontinent" aus Italien erhielt den Sonderpreis der Jury. Die schauspielerische Leistung von Spencer Tracy in "Bad Day at Black Rock" wurde ebenfalls mit einer Statuette geehrt. Als kleine Sensation kann der nicht vergebene Preis für die beste weibliche Darstellerin gewertet werden.

Die Croisette im Jahr 2007.

Die Croisette im Jahr 2007.

Deutsche Cannes-Präsenz
Die deutsche Kinoindustrie war im Jahr 1955 gleich mit zwei Werken im Wettbewerb von Cannes vertreten. "Die Mücke" von Regisseur Walter Reisch und "Ludwig II. - Glanz und Elend eines Königs" von Helmut Käutner wurden zwar nicht ausgezeichnet, bekamen aber sowohl von der Jury als auch vom Publikum gute Kritiken. Käutner war kein Unbekannter in Cannes. 1954 holte er mit "Die letzte Brücke" die Goldene Palme nach Deutschland. Das war der Anfang einer dauerhaften deutschen Präsenz in Cannes. Einige Höhepunkte waren die Auszeichnungen für Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" 1979 und für Wim Wenders' "Paris, Texas" 1984. Im Jahr 2007 ging der Hamburger Regisseur Fatih Akin mit "Auf der anderen Seite" in den Wettbewerb.
Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de - 11. November 2017
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