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Studie aus dem C. Th. Dreyer Film "Tage des Zornes".
Kinoschatztruhe Dänemark

Tradition im Experimentieren

Es ist interessant zu beobachten, wie verschiedene Nationen um die Vorherrschaft auf dem Filmmarkt kämpfen. Die französischen Stummfilme der 1910er Jahre mussten ihre errungene Position an die Italiener abgeben. Enrico Guazzonis "Quo Vadis?" von 1912 markierte den Sieg des Monumentalfilms über das Kammerspiel. In aller Stille haben die skandinavischen Länder ihren Weg auf die Leinwand gefunden. Dänemark führt diesen Siegeszug an. Das Publikum ist angetan von der sparsamen, aber ausdrucksvollen Mimik der Schauspieler in dänischen Filmen. Zum Erfolg tragen auch die malerischen Aufnahmen bei. Valdemar Psilander, Olaf Fønss und Gunnar Tolnæs sind nicht nur bei der älteren Generation bekannte Namen.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de, 28. Dezember 2017

Die Stummfilmzeit in Dänemark.

Die Stummfilmzeit in Dänemark.

Zukünftige Klassiker
Die Zeitschrift Neue Filmwelt wirft in ihrem 9. Heft von 1948 einen Blick zurück auf die Stummfilmzeit. Asta Nielsen sticht dabei mit ihrem Talent hervor. Dank ihres Könnens und ihrer Leidenschaft erübrigt sich die Frage, ob Film auch Kunst sei. Vor Beginn der Tonfilmära erreichte der dänische Film einen letzten Höhepunkt mit den Pat und Patachon-Witzfiguren. Danach verlor das Land an Geltung - ein Schicksal, das viele Länder mit eher kleinerem Sprachraum teilen.

Regisseur Carl Theodor Dreyer sucht in der weiten Welt die Resonanz, die er verdient. Mit seinem in Frankreich gedrehten Werk "Die Passion der Jeanne d'Arc" von 1928 experimentiert er mit Großaufnahmen. In seinem Drama "Tag des Zornes" (1943) präsentieren die Schauspieler eine bis jetzt ungesehene Intensität und Beseeltheit des Ausdrucks. Neben dem Altmeister setzen sich Jungtalente wie Johan Jacobson und Bjarne Henning-Jensen durch. Sie richten die Linse auf die alltäglichen Verhältnisse. Lumpensammler und uneheliche Kinder sind Objekt der fast dokumentarischen Aufnahmen.

Das Fest - Arthaus Collection Skandinavisches Kino

Das Fest - Arthaus Collection Skandinavisches Kino

Impulse aus dem Norden
Was zu Beginn der 1950er Jahre über die Entwicklung des dänischen Films geschrieben wurde, gilt auch fürs 21. Jahrhundert. Skandinavische Filmkünstler scheuen sich nicht vor revolutionären Experimenten. Im Jahr 1995 setzten sich Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Kragh-Jacobsen für Purismus im Film ein.

Ihr Dogma-Manifest lehnte den übertriebenen Fokus auf die Technik in der Filmproduktion ab. Künstliches Licht, Stative, Musikuntermalung und Mordszenen wurden aus Dogma-Filmen verbannt. Mit der Festlegung, Regisseure weder im Vor- noch im Abspann zu nennen, stellten sich die Dogmaverfasser auch gegen den Autorenfilm. Vinterbergs "Das Fest" und von Triers "Idioten" waren die ersten Dogma-Filme.
Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de - 28. Dezember 2017
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