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Erich von Stroheim
Meisterwerk wird 30

Unvergessener Groll

Sein Stummfilm "Gier nach Geld" begeht den dreißigsten Jahrestag. Aus diesem Anlass präsentiert Regisseur Erich von Stroheim sein Kunstwerk noch einmal vor einem ausgewählten Publikum im Münchner Studio für Filmkunst. Auch Jahre nach dem Streit mit der Produktionsfirma MGM lässt er seinem Unmut nach der Vorführung erneut freien Lauf. Der Spiegel berichtet über den Auftritt von Stroheims in seiner Ausgabe vom 20. August 1952.
Von  Indra Fehse/Filmreporter.de, 27. Mai 2018

Zerstörte Kunst?
"Schneiden ist leicht, wenn man eine gute Schere hat", beschwert sich von Stroheim auch drei Jahrzehnte nach der Premiere seines Klassikers "Gier nach Geld" von 1924. MGM hatte nach Beendigung der Dreharbeiten den Film um etwa die Hälfte gekürzt. Von Stroheim bezeichnet diese Tat noch heute als "Verstümmelung". Das ist es wohl auch gewesen, wenn man bedenkt, dass von Stroheims Werk als einer der "filmischsten Filme" gilt. Unvergessen bleibt das bildgewaltige Szenario im sonnenverbrannten Death Valley, dem Tal des Todes. Nach der Vorführung hat sich Erich von Stroheim noch immer nicht beruhigt und betont, wie traurig es ihn mache, sein Kunstwerk derart gekürzt sehen zu müssen.

Sunset Boulevard (AKA) Boulevard der Dämmerung

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Störrischer Regisseur
Von Stroheim ließ sich dennoch nicht unterkriegen und setzte seinen ungewöhnlichen Regie-Stil fort. 1925 entstand "Die lustige Witwe", die Adaption der gleichnamigen Operette von Franz Lehár. Auch dieses Werk führte zu Diskussionen zwischen dem Regisseur und den Produzenten. Trotz der Kontroversen wurde "Die lustige Witwe" Stroheims größter kommerzieller Erfolg.

Sein darauffolgendes Projekt "Der Hochzeitsmarsch" wurde von ähnlichen Konflikten begleitet, weshalb er die Arbeiten an dem Werk nie beendete. Von Stroheims Ruf als Regisseur war nach seinen zahlreichen Auseinandersetzung mit diversen Produzenten zerstört. Er musste sich, wie zu Beginn seiner Karriere, erneut als Schauspieler und technischer Berater über Wasser halten. Erst nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges war von Stroheim als Darsteller anerkannt und bekam unter anderem eine Rolle in Billy Wilders "Boulevard der Dämmerung", für welche er zudem eine Oscarnominierung erhielt. Der umstrittene Regisseur und Filmschauspieler verstarb am 12. Mai 1954.
Indra Fehse/Filmreporter.de - 27. Mai 2018
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