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Ryan Gosling
Mickey Mouse bis Hollywood

Ryan Gosling: Der Außenseiter

Ein schüchterner junger Mann, der eine Sexpuppe liebt, ein Jude in gefährlicher Mission für den Ku Klux Klan oder ein Typ, der aussieht wie frisch aus dem Katalog. Das alles ist Ryan Gosling. Der 1,85 Meter große Kanadier schlüpft in seinen Filmen in die unterschiedlichsten Rollen. Nach dem Außenseiter und dem Drogensüchtigen ist nun auch der Womanizer hinzugekommen. Gosling hat das Zeug zum Star, denn er kann in sanften Indiedramen ebenso überzeugen, wie in Thrillern und Romanzen.
Von  Tatjana Niezel, Filmreporter.de, 23. August 2011

Ryan Gosling in "Crazy, Stupid, Love."

Ryan Gosling in "Crazy, Stupid, Love."

Unbeständiger Traumtyp
Er ist 1,85 Meter groß, hat blonde Haare und blaue Augen, ein Typ wie ihn Hollywood liebt. Doch Ryan Gosling hat sich Zeit gelassen, in der großen Filmfabrik anzukommen. Seine Rollenwahl ist gegen jede Vorhersage resistent. Er spielt Außenseiter am Rande der Gesellschaft ("Lars und die Frauen"), gebrochene Helden ("Half Nelson") oder den Frauenschwarm ("Wie ein einziger Tag"). Das seltsame ist, man nimmt ihm alle Rollen ab. Die des Außenseiters genauso, wie die des coolen Typen, dem alles einfach zufliegt. Gosling spielt seine Figuren mit ganzem Herz. In der Nicholas Sparks-Verfilmung "Wie ein einziger Tag" spielt er den herzensguten Noah, der um seine Liebe kämpfen muss. Die Herzen des weiblichen Publikums fliegen ihm danach nur so zu.

Zuvor mimt er in "The Believer" einen verblendeten Juden, der die Hassbotschaften des Ku Klux Klan als wahr ansieht und sich mit exzessiver Gewalt gegen sein Volk wendet. Die Rolle, die ihn bei den Independent-Fans beliebt macht, ist die in "Lars und die Frauen". Protagonist Lars überrascht darin seinen Bruder und die Anwohner einer Kleinstadt, als er ihnen seine neue Freundin vorstellt. Er hat Bianca übers Internet kennen gelernt. Das ist heute ja nicht mehr unüblich. Allerdings ist Bianca eine Sexpuppe. Für Lars ist sie eine reale Frau, die er liebt. Für die Rolle nimmt Gosling mehrere Pfund zu, lässt seine Haare strähnig wachsen und legt sich einen Schnauzer zu. Damit entfernt er sich sowohl äußerlich als auch innerlich so weit als möglich von dem smarten Anwalt, den er in "Das perfekte Verbrechen" kurz zuvor spielt.

Ryan Gosling in  "Crazy, Stupid, Love."

Ryan Gosling in "Crazy, Stupid, Love."

Anfänge bei Mickey Mouse
Gosling wächst in der kanadischen Kleinstadt Cornwall in Ontario auf. Er besucht viele Schulen und hat viele Lehrer, denn seine Mutter hat ihm früh beigebracht, seine eigene Meinung zu vertreten. So gerät er hin und wieder mit Lehrern aneinander, die ihn seiner Meinung nach nicht richtig behandelten. "Wenn ein Lehrer mit mir in einer Art und Weise sprach, die ich als unpassend empfand, dann sollte ich das sagen. Und wenn das nichts nutzte, durfte ich meine Sachen packen und gehen", erklärt er seine Position im Gespräch mit der Illustrierten Stern.

Das führt dazu, dass ihn seine Mutter ab der fünften Klasse zu Hause unterrichtet. Mit zwölf Jahren geht er zum Casting der US-Fernsehshow "Mickey Mouse Club", in der er zwei Jahre mit Britney Spears, Christina Aguilera und Justin Timberlake auftritt. Da die Sendung nicht im heimatlichen Kanada sondern in Hollywood produziert wird, wohnt Gosling während dieser Zeit bei Kollege Justin und dessen Mutter.

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