Starfeature: Chamäleon Tom Hardy | FILMREPORTER.de
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Starfeature

Tom Hardy in "Dame, König, As, Spion"
Konsequent anders

Chamäleon Tom Hardy

Wenn es um die Vorbereitung auf eine Rolle geht, scheut Tom Hardy keine Mühen, um sich den neuen Charakter anzueignen. Ähnlich wie der junge Robert De Niro frisst er sich in kurzer Zeit ein Drittel seines Gewichts an und absolviert dazu ein Training, das wahre Muskelberge auf seinen Körper zaubert. Die Haare werden gefärbt oder zur Glatze geschoren. Und wenn es der Rolle dient, lässt er sich auch einen fürchterlichen Schnauzbart wachsen.
Von  Tatjana Niezel, Filmreporter.de, 28. Februar 2012

Bronson

Bronson

De Niro oder Brando?
Wie ein nervöser Panther dreht Charles Bronson seine Kreise in seinem engen Käfig. Dabei ist es nicht der echte Charles Bronson, den Regisseur Nicolas Winding Refn für sein Portrait über Englands gefährlichsten Straftäter filmt. Es ist Tom Hardy, der sich für diese Rolle 19 Kilogramm Muskeln antrainiert, eine Glatze geschoren und einen unglaublichen Bart wachsen lassen lässt. Ruft man sich die anderen Filmfiguren des britischen Schauspielers in Erinnerung, scheint es kaum vorstellbar, dass er hinter diesem manischen Muskelberg steckt. Genau das ist es, was Tom Hardy zu einem Vollblutschauspieler macht. Die akribische Vorbereitung auf seine Rollen. Als klar ist, dass er Englands gefährlichsten Gefängnisinsassen spielen soll, nimmt er Kontakt zu dem Mann auf, der sich selbst Charles Bronson nennt. Nach einigen Telefonaten besucht er ihn sogar im Wakefield-Gefängnis, in dem auch der Kanibale Bob Maudseley auf dem Hof seine Runden dreht.

Für Hardy bilden die Stimme und Mimik einer Person den Schlüssel, um die Figur spielen zu können. Also spricht er, wie Bronson sprechen würde, der bürgerlich Michale Peterson heißt. Um ihn glaubhaft darstellen zu können, muss Hardy sich auch dessen Physis aneignen. Innerhalb von fünf Wochen trainiert er sich 19 Kilogramm Muskeln an und nimmt in einer Diät, die diesen Namen nicht verdient, täglich ca. 6.000 Kalorien zu sich. Wer fühlt sich da nicht an Robert De Niro in "Wie ein wilder Stier" erinnert? Wegen Hardys intensivem Spiel werden von der internationalen Filmkritik auch Vergleiche zum jungen Marlon Brando gezogen. Hardy studierte Method Acting am Drama Centre in London.

Tom Hardy und Chris Pine in "Das gibt Ärger"

Tom Hardy und Chris Pine in "Das gibt Ärger"

Gebrochene Helden
Meistens ist Hardy in düsteren Filmen der gebrochene Held und dabei meist der Fiesling. Doch er unternimmt gelegentlich auch Ausflüge ins romantische Fach. So war er bereits Heathcliff in der britischen Fernsehproduktion "Sturmhöhe - Wuthering Heights". In "Das gibt Ärger", einer romantischen Actionkomödie, kämpft er gegen Chris Pine um Reese Witherspoon. Es ist ein Film, der aus dem bisherigen Repertoire des Schauspielers heraussticht.

Überhaupt stellt sich angesichts dieses Blockbusters die Frage, warum Hardy nicht schon früher in den Hollywoodhimmel gehoben wurde. Denn wenn man sich die Liste seiner bisherigen Filme ansieht, denkt man, ach, da war er also auch dabei. "Marie Antoinette", "Layer Cake" oder "Rock'N'Rolla" gehören auf diese Liste. Vielleicht liegt es an Hardys Fähigkeit, gleich einem Chamäleon hinter seinen Figuren zu verschwinden. So dauert es etwas länger, bis er sich vom Geheimtipp auf Hollywoods A-Liste spielt.

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