Interview: Ben Affleck zu zu Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel | FILMREPORTER.de
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Interview

Ben Affleck: Comeback im Hollywoodland
Ben Affleck, der einfühlsame Vater

Casey war die perfekte Wahl

Es ist Ben Afflecks erste Regiearbeit. Gleich bei seinem arbeitet er mit Ed Harris und Morgan Freeman zusammen. "Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel" ist ein intimes, feinfühliges persönliches Drama um ein verschwundenes Mädchen. Parallelen zu aktuellen Fällen von verschwundenen Kindern wollte Affleck nicht herstellen. Der Zweck des Films sei, als Regisseur Fuß zu fassen, so der Schauspieler und Vater einer kleinen Tochter. Doch die eigene Vaterschaft hat auch den kühl wirkenden Ben Affleck verändert.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 29. November 2007

Ben Afflecks Bruder Casey in der Hauptrolle

Ben Afflecks Bruder Casey in der Hauptrolle

Ricore: Warum haben Sie sich diese Geschichte für Ihr Regiedebüt ausgewählt?

Affleck: Das war eine egoistische Wahl. Ich hatte das Gefühl, dass ich damit als Regisseur erfolgreich sein könnte. Ich wusste, dass ich den Film in einer Umgebung drehen kann, die ich kenne - in Boston. Das Drehbuch hatte zudem eine Struktur, so hatte ich das Gefühl, dass ich mich darauf verlassen konnte. Es war fertig, bereits konstruiert.

Ricore: Was hat Sie an der Vorlage fasziniert?

Affleck: Das Buch hat das gewisse Etwas, es ist eine Art fortschreitender Kriminalthriller. Aber dann führt es zu diesem kraftvollen Ende, das eine sehr provokative Frage stellt. Ich hoffe, dass die Menschen noch lange nach dem Film oder dem Buch darüber nachdenken und sich mit Themen wie Armut, Drogenkonsum und Abhängigkeit auseinandersetzen. Es stellt sich auch die Frage, ob es in Ordnung ist, jemand zu verurteilen oder vor der eigenen Verantwortung wegzulaufen. Ich dachte, der Stoff sei eine gute Bereicherung für das Genre.

Ricore: Welche Entscheidung würden Sie anstelle des Protagonisten treffen?

Affleck: Alles im Film läuft auf das Ende hin, wo sich das Publikum mit der Wahl des Protagonisten konfrontiert. Ich habe versucht, gute Argumente für beide Seiten zu finden, da es nicht nur eine Möglichkeit gibt. Ich wollte beiden Möglichkeiten gleich viel Gewicht geben. Ich habe mich aus dem Problem, wie ich mich entscheiden würde, stets rausgehalten und habe mich darauf konzentriert, wie ich beide Seiten glaubhaft mache, damit der Protagonist authentisch wirkt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich werde diese Frage nicht beantworten.

Ricore: Sie haben selbst eine Tochter. Was würden Sie jetzt anders machen?

Affleck: Das ist schwierig zu sagen. Sicher ist, dass ich durch meine Familie viel sensibler und einfühlsamer geworden bin. Ich glaube jedoch nicht, dass ich die Geschichte oder irgendetwas im Film geändert hätte. Wahrscheinlich hätte mich alles mehr mitgenommen...

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