Interview: Quentin Tarantino zu | FILMREPORTER.de
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Interview

Quentin Tarantino mag Cannes und Cannes mag Tarantino
Autodidakt Quentin Tarantino

Fragen an den Meister

Man hasst oder man liebt diesen Regisseur, aber niemand ignoriert Quentin Tarantino. In Cannes verehrt man ihn. 1994 gewinnt er mit seinem Kultfilm "Pulp Fiction" die Goldene Palme. 2008 erklärt er sich bereit, bei den Festspielen die so genannte "Cinema Mater Class" abzuhalten. In deren Rahmen erläutern renommierte Regisseure alljährlich dem Nachwuchs ihre Arbeit. Martin Scorsese, Stephen Frears, Nanni Moretti oder Sydney Pollack standen in früheren Jahren hier bereits Rede und Antwort.
Von  André Weikard/Filmreporter.de, 25. Mai 2008

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Autodidakt Tarantino hatte einen ungewöhnlichen Weg zum Film. Die Regielegende besuchte nie eine Filmhochschule. Tarantino berichtete wie er in einer Videothek jobbte und verrät, wie er sich das Schreiben beibrachte.

Ricore: Ich habe gehört, Sie haben fünf Jahre lang in einer Videothek gearbeitet. Wie sind Sie schließlich dazu gekommen, selbst Filme zu machen?

Quentin Tarantino: Ein großer Vorteil war natürlich, dass ich mein Filmwissen in dieser Videothek ausbauen konnte. Eigentlich wurde ich eingestellt, weil ich mich so gut mit Filmen auskannte. In den fünf Jahren musste ich kaum arbeiten. Der Laden war so etwas wie ein Club und wir sahen den ganzen Tag lang Filme. Sie hatten eine große Klassiker-Abteilung. Vorher habe ich die TV-Zeitschrift jede Woche studiert und jeden Film angestrichen, den ich sehen wollte. Jetzt hatte ich Zugang zu all diesen Filmen. Ich sah sie jeden Tag. Ich wurde ein großer Fan von Eric Rohmer. Ich sah einen seiner Filme nach dem anderen. Ich vollzog so die Karriere einiger berühmter Regisseure nach. Ich mach das heute noch so. Wenn ich einen Regisseur entdecke, der mich inspiriert, will ich alle seine Filme sehen.

Ricore: Welche Regisseure haben Sie besonders beeindruckt?

Tarantino: Als ich noch jünger war, haben einige Arbeiten mir geholfen, meine eigene Ästhetik zu entwickeln. Das waren zum Beispiel Brian De Palma, Martin Scorsese und Howard Hawks. So sehr ich Scorsese mochte, so sehr war De Palma mein Rockstar. Als ich das erste Mal auf Howard Hawks stieß, verbrachte ich eineinhalb Jahre damit, alle seine Filme zu sehen. Ich habe die TV-Zeitschriften regelrecht nach ihm durchsucht. Jetzt stehen diese Filme beieinander. Damals musste ich sie mir zusammensuchen. All die anderen - wie Samuel Fuller, Douglas Sirk und George A. Romero liebte ich natürlich auch.

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