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Interview

Leonardo DiCaprio in Berlin
"Intensive, großartige Arbeit"

Leonardo DiCaprio emotional

In den letzten acht Jahren drehte Martin Scorsese vier Filme mit Leonardo DiCaprio. Es entstanden "Gangs Of New York", "Aviator", "Departed - Unter Feinden" und 2009 "Shutter Island". Die Kooperation hat sich sichtlich intensiviert. DiCaprio gilt als Scorseses Muse. "Shutter Island" feierte auf der Berlinale 2010 seine Weltpremiere und wurde dort gut aufgenommen. Nach der Vorstellung sprach das kreative Duo über ihre Arbeit, Gemeinsamkeiten und Leos stolze Mutter.
Von  Lize Alpaslan/Filmreporter.de, 22. Februar 2010

Leonardo DiCaprio in "Shutter Island"

Leonardo DiCaprio in "Shutter Island"

Ricore: Sie haben schon vier Mal mit Martin Scorsese zusammengearbeitet. Wie gestaltet sich konkret ihre Zusammenarbeit?

Leonardo DiCaprio: Ich glaube, es wäre ein Fehler, nicht die Chance wahrzunehmen, mit Martin Scorsese zusammenzuarbeiten. Ich habe nicht nur über das Schauspielen viel gelernt, sondern auch von seiner Liebe zum Kino. Scorsese hat eine positive Ausstrahlung auf seine Mitarbeiter. Seit zehn Jahren arbeiten wir schon zusammen und machen immer wieder Fortschritte. Ein solches Vertrauensverhältnis kann man nur über viele gemeinsame Jahre aufbauen. Wir haben immer die besten Absichten, wenn wir einen Film machen. Wir haben das gleiche Engagement. Ich halte ihn für einen der größten Regisseure unserer Zeit.

Ricore: Der Film wurde in Boston gedreht. Hatten Sie Spaß bei der Arbeit?

DiCaprio: Ich denke nicht, dass Spaß der geeignete Ausdruck ist. Die Dreharbeiten zu "Shutter Island" war eine Herausforderung. Es war eine intensive, großartige Arbeit. Was den Spaß angeht - es gab Sequenzen, bei denen Mark Ruffalo und ich fünf Seiten Dialoge sprechen mussten. Durch das Unwetter wurden wir oft unterbrochen und es war so laut, dass wir uns ab und zu gar nicht verstehen konnten. Manchmal wussten wir nicht, wie es weitergehen würde.

Ricore: Haben Sie den Roman vor dem Drehbuch gelesen?

DiCaprio: Zunächst habe ich das Drehbuch gelesen und später das Buch. Das Drehbuch ist eine kondensierte Fassung des Buches. Mir ging es um die emotionalen Hintergründe, die Denkweise, die Seele, die Psyche, die den Menschen ausmacht. Das ist ein hoch emotionales, geladenes Skript. In gewisser Weise hat mich das anfangs auch getäuscht, denn es gab viele Facetten. Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Ich habe dann Martin gefragt, wie einzelne Passagen zu interpretieren sind. Es ist ein komplexer Film - eine Herausforderung für uns alle. Am Ende waren wir von der emotionalen Entwicklung unserer Charaktere selbst überrascht, da immerzu neue Aspekte hinzugekommen sind.

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