Interview: Jeremy Renner zu zu Hänsel & Gretel: Hexenjäger in 3D | FILMREPORTER.de
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Interview

Jeremy Renner auf den Independent Spirit Awards 2010
Endlich ohne Geldnot...

Ein Märchen: Jeremy Renner

Wie schnell sich das Blatt im Leben wenden kann, weiß Jeremy Renner nur allzu gut. Vor gar nicht langer Zeit musste er sich noch ernsthaft Sorgen machen, genug Geld zum Überleben zu verdienen. Inzwischen wurde er zweimal für den Oscar nominiert und wird in Blockbustern wie "Hänsel & Gretel: Hexenjäger in 3D" und "Marvel's The Avengers (3D)" zum furchtlosen Helden. Wie er im wahren Leben mit seinen Ängsten fertig wird und warum er gerne zwielichtige Figuren spielt, erzählt Renner im Interview Filmreporter.de.
Von  Carlos Corbelle/Filmreporter.de, 28. Februar 2013

Jeremy Renner als Hexenjäger

Jeremy Renner als Hexenjäger

Ricore: Wie nah ist "Hänsel & Gretel: Hexenjäger" an der Märchenvorlage der Gebrüder Grimm?

Jeremy Renner: Der Film spielt 15 Jahre nach den Ereignissen im Märchen. Normallerweise enden Märchen mit einem Happy End. Doch bei Hänsel und Gretel ist es so, dass sie nach wie vor sehr wütend sind, weil die Hexe sie töten wollte. Daher sind sie nun Kopfgeldjäger und machen Jagd auf Hexen. Es ist also eine witzige Fortsetzung des Märchens.

Ricore: Auf der Leinwand wirken sie immer sehr tough. Wie mutig sind Sie im wahren Leben?

Renner: Ich weiß nicht. Ich kann sehr schnell laufen und würde eher rennen, als zu kämpfen.

Ricore: Bereuen Sie etwas, das Sie aus Angst nicht gemacht haben?

Renner: Ich versuche mich meinen Ängsten zu stellen. Auf diese Weise wird man mit ihnen fertig. Ich hatte zum Beispiel große Angst vor Haien. Also habe ich meine Tauchlizenz gemacht und bin mit ihnen getaucht. Ich habe zwar immer noch Angst vor Haien, doch ich verstehe diese Angst nun besser. Egal, ob es sich um spirituelle oder physische Dinge im Leben handelt, was uns Angst macht, ist das Unbekannte. Als ich das begriffen habe, verspürte ich keine Angst mehr in mir und wusste, dass mich nichts im Leben aufhalten kann.

Ricore: In Bezug auf Ihre Schauspielkarriere haben Sie auch nie aufgegeben. Was hat Sie dazu veranlasst, immer weiterzumachen, selbst als Sie Ihre Rechnungen nicht bezahlen konnten?

Renner: Für mich gab es keinen Plan B. Die Schauspielerei machte mich glücklich, selbst in den schwierigsten Zeiten. Es gab Zeiten, in denen ich mir kaum eine Mahlzeit leisten konnte. Da habe ich mich selbst gefragt, ob ich glücklich bin und das war ich. Natürlich gefiel es mir nicht, zu hungern, doch meine Arbeit machte mich glücklich. Es verleiht große Stärke, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht und nicht des Geldes wegen schauspielert, sondern weil man es liebt.

Ricore: Arbeiten Sie momentan so viel, weil früher die Engagements ausblieben?

Renner: Nein, das hat sich momentan einfach so ergeben. Ich würde nie absichtlich fünf Filme direkt hintereinander drehen. Ich würde eher mehr Vorbereitungszeit haben wollen oder mir mehr Zeit für mich nehmen. Doch es hat sich so ergeben und ich nehme das als Herausforderung an. Will ich arbeiten? Auf jeden Fall. Doch ich brauche nicht so viele Filme auf einmal [lacht].

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