Interview: Simon Pegg zu zu Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück | FILMREPORTER.de
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Interview

Simon Pegg in "Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück"
Glücksexperte Simon Pegg

"Ich will selbst die Haufen meines Hundes aufheben"

Dass Simon Pegg nicht nur Komödie kann, beweist er jetzt mit der Rolle des Hector in der Romanverfilmung "Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück". Zum Interview in Berlin sprechen wir mit dem 44-Jährigen Briten über Themen wie Glück, Schicksal und Erfolg. Dennoch ist das Gespräch von einer Leichtigkeit geprägt, die von der Offenheit Peggs herrührt. Im wahren Leben hat er das Glück in seiner Familie bereits gefunden. Für seine Frau und seine Tochter hat Simon Pegg sogar seine Arachnophobie überwunden und nimmt es nun tapfer gegen Spinnen auf, selbst wenn sie die Größe von Kleinwagen haben.
Von  Tatjana Niezel, Filmreporter.de, 14. August 2014

Wird Simon Peggs Suche hier fruchten?

Wird Simon Peggs Suche hier fruchten?

Kurzfristiges Glück finde ich beim Sport
Ricore Text: Haben Sie bei solchen Pressetouren noch Gelegenheit, sich die Städte anzusehen?

Simon Pegg: Nein. Allerdings habe ich von meinem Hotelzimmer einen fantastischen Blick auf den Zoo. Ich kann in das Elefantengehege sehen. Das letzte was ich erwartet hätte, war in Berlin Elefanten zu sehen.

Ricore: Sind Sie glücklich?

Pegg: Ja, absolut. Es war eine 44 Jahre andauernde Reise und jeder kommt zu einer anderen Zeit an diesem Punkt an. Es geht darum seinen Platz in der Welt und im Leben zu finden. Man muss herausfinden, was einem bestimmte Dinge bedeuten und wenn man das geschafft hat, ist es möglich in allen Dingen des Lebens glücklich zu werden.

Ricore: Wie meinen Sie das?

Pegg: Es gibt eine Menge Dinge, die einen kurzfristig glücklich machen. Musik hören, Shopping, Essen. Uns werden ständig von der Wirtschaft Dinge vorgesetzt, die einem ein kurzfristiges Glück vorgaukeln, aber wenn man nicht in seinem Inneren glücklich ist, werden solche Sachen nicht dauerhaft glücklich machen.

Ricore: Und was macht Sie glücklich?

Pegg: Mit meiner Familie zusammen zu sein. Kurzfristiges Glück finde ich beim Snowboarden oder überhaupt durch Sport.

Ricore: Dürfen Sie denn noch Snowboarden?

Pegg: Nicht, wenn ich arbeite. Wegen der Versicherung.

Ricore: Was macht Sie unglücklich?

Pegg: Dass ich aus Versicherungsgründen nicht Snowboarden darf (lacht). Nein, im Ernst, Inaktivität macht mich unglücklich. Ich liebe es, aktiv zu sein, zu arbeiten. Wenn ich von irgendwelchen Dingen abgehalten werde, etwas zu tun, was ich mag, nervt mich das wirklich.

Ricore: Wie ist es mit den Nachrichten, machen die Sie unglücklich?

Pegg: Natürlich. Es ist schrecklich, dass so viele Menschen in die Auseinandersetzungen irgendwelcher Gruppen mit hineingezogen werden. In der ganzen Geschichte müssen immer wieder Menschen für den Glauben kleiner Gruppen bezahlen, die so beharrlich das Leben anderer zerstören. Ich wünschte, dass wir so etwas eines Tages hinter uns lassen könnten.

Ricore: Haben Sie bei den Lektionen des Films etwas über das Glücklich sein gelernt, das Sie zuvor nicht wussten?

Pegg: Der Film hat mir einige Dinge nochmal bewusst gemacht, die wir eigentlich alle schon wissen. Nämlich, dass es nicht glücklich macht, Unglück einfach zu vermeiden oder auszublenden. Wenn der Film eines lehrt, dann dass es wichtig ist, jede Facette unserer Gefühlswelt anzunehmen. Um wahres Glück empfinden zu können, muss man auch wissen, wie es sich anfühlt, Angst zu haben oder einsam zu sein. Das muss man auch zulassen. Beispielsweise die Menschen in den Townships von Brazzaville, die von der Hand in den Mund leben, haben ein tieferes Verständnis davon, was es bedeutete, glücklich zu sein, als Menschen, die im Wohlstand leben und alles haben. Im ersten Moment hört es sich einfach an zu sagen, du bist glücklich, wenn du nichts hast. Aber da steckt etwas dahinter. Denn wenn man ein Leben führt, bei dem es ums Überleben geht, nimmt man das Glück wahr, wenn es um die Ecke biegt.

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