Interview: Vincent Lacoste zu Saint Amour - Drei gute Jahrgänge | FILMREPORTER.de
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Interview

Vincent Lacoste wirbt auf der Berlinale für "Saint Amour - Drei gute Jahrgänge"
Ich werde oft um Selfies gebeten

Vincent Lacoste zu "Saint Amour - Drei gute Jahrgänge"

Vincent Lacoste ist Jahrgang 1993, debütierte 2009 mit "Jungs bleiben Jungs". In Deutschland wurde er durch "Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät" 2012 bekannt. Zuletzt eroberte er in "Lolo - Drei ist einer zu viel" als hundsgemeines, gut aussehendes Muttersöhnchen die Herzen der Teenagerinnen. Jetzt ist der französische Jungstar neben Gérard Depardieu und Benoît Poelvoorde in "Saint Amour - Drei gute Jahrgänge" als Taxifahrer Mike zu erleben, der zwei alte Junggesellen auf ihrem Trip durch die Weinberge Frankreichs begleitet und zum vermeintlichen Ratgeber in Sachen Liebe wird.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de, 16. Oktober 2016

Vincent Lacoste mit Benoît Poelvoorde in "Saint Amour - Drei gute Jahrgänge"

Vincent Lacoste mit Benoît Poelvoorde in "Saint Amour - Drei gute Jahrgänge"

Das Scheinwerferlicht ist nur das Sahnehäubchen
Ricore Text: Sind Sie privat ebenso schüchtern wie Mike?

Vincent Lacoste: Mike ist so einsam, dass er sich ein Leben erfindet und Lügengeschichten erzählt. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Obwohl ich als Jugendlicher sehr schüchtern war und meine Hemmungen nie vollständig besiegen konnte. Auf gesellschaftlichen Parkett stellte ich mich bei weitem nicht so ungeschickt an wie Mike, aber das machte die Rolle so reizvoll.

Ricore: Wie viel steckt denn in Ihren Rollen von Ihnen?

Lacoste: Natürlich bringe ich meine Persönlichkeit und meine Erfahrungen mit ein. Ich habe zum Beispiel auch meine Neurosen, ich würde aber nie so weit gehen wie der Narziss in "Lolo". Das bin ich nicht, und ich werde hoffentlich nie so selbstsüchtig werden.

Ricore: Besteht denn die Gefahr, wenn man so früh wie Sie Erfolg vor der Kamera hat?

Lacoste: Ich bin nur zufällig mit 14 zur Schauspielerei gekommen. In der Kantine meines Gymnasiums hing ein Aushang zu einem Casting. Ich bin genommen worden, das war der Start meiner Karriere. Mit 15 war ich sicher, dass mir der Job gefällt. Ich weiß, dass ich viel Glück hatte und wie hart die Arbeit ist. das Scheinwerferlicht ist nur das Sahnehäubchen.

Ricore: Orientieren Sie sich an Stars wie Gérard Depardieu?

Lacoste: Er ist schon eine eindrucksvolle Gestalt, Omnipräsent, er dreht ja seit 30 Jahren jedes Jahr mehrere Filme. Von der Leinwand kenne ich ihn seit meiner frühesten Kindheit. Daher hatte ich Heidenangst und Respekt vor unserer ersten Zusammenarbeit. Er war dann sehr hilfreich, gutmütig und nett. Er lässt nicht den Star raushängen, der alles weiß und kennt. Das gefällt mir.

Ricore: Können Sie sich denn noch unbehelligt bewegen?

Lacoste: In Paris leben viele bekannte Künstler, die Leute sind es gewohnt, Stars zu treffen. Vor allem im 11. Arrondissement mit seinen Bars und Klubs, wo ich wohne. Ich werde oft um Autogrammen oder Selfies gebeten, das gehört dazu und schmeichelt mir. Nur wenn ich schlecht gelaunt bin, weil ich zum Beispiel Streit mit meiner Freundin hatte, kann es sein, dass mir alles zu viel wird ich ablehne.

Ricore: Danke für das Gespräch
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de - 16. Oktober 2016

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