Interview: Scott Derrickson zu Doctor Strange 3D | FILMREPORTER.de
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Interview

Regisseur Scott Derrickson ("Doctor Strange", 2016)
"Was ist unmöglich?"

Scott Derrickson über seinen ersten Superhelden

Scott Derrickson ist auf den ersten Blick eine erstaunliche Wahl als Regisseur von Marvels neuem Superheldenabenteuer "Doctor Strange". Der Filmschaffende kommt aus dem Horrorfach und hat seinem Publikum beispielsweise mit "Der Exorzismus von Emily Rose" das Grauen gelehrt. Im Interview mit Filmreporter.de entpuppt er sich jedoch als wahrer Marvel-Fanboy und spricht mit uns über die Limits von Spezialeffekten, Rollenbesetzung und Whitewashing in Hollywood.
Von  Tatjana Niezel, Filmreporter.de, 28. Oktober 2016

Benedict Cumberbatch mit Regisseur Scott Derrickson am Set von "Doctor Strange"

Benedict Cumberbatch mit Regisseur Scott Derrickson am Set von "Doctor Strange"

Liebster Held?
Ricore Text: Wenn man sich Ihre bisherigen Filme ansieht, Sie kommen aus dem Horrorfach, verwundert es ein wenig, dass Sie bei "Doctor Strange" Regie führen. Wie kam es dazu?

Scott Derrickson: Wie jedes amerikanische Kind habe ich früher viele Comics gelesen und bin mit Marvel-Helden aufgewachsen. "Doctor Strange" war schon damals mein liebster Held und ist es auch heute noch. Ich liebe die Marvel-Verfilmungen und trage seit 45 Jahren ein Marvel-Portemonnaie mit mir rum. Als ich das erste Mal auf Kevin Feige (Produzent des Films) traf, sagte ich ihm bereits, dass ich Doctor Strange verfilmen will. Und schließlich hat es geklappt.

Ricore: Was fasziniert Sie so an der Geschichte?

Derrickson: Es dieses Fantastische, Spirituelle, Übernatürliche, die Reise in andere Dimensionen, was mich fasziniert. Dass der Superheld es hier mit meist unsichtbaren Kräften und Gefahren zu tun hat. Die Figur des Doctor Strange gehört zu den interessantesten in den Marvel-Comics, denn bei ihm geht es vor allem um eine innere Entwicklung. Er lernt Dinge, aber sein Äußeres verändert sich nicht. Ich mag, dass er immer mit sich selbst kämpft, das bleibt auch in den späteren Comics so.

Ricore: Wie fanden Sie den visuellen Stil des Films?

Derrickson: Der entstand ganz klar aus der Vorlage. Steve Ditko, der die frühen Comics gezeichnet hat, ist ein Genie. Seine Zeichnungen sind so seltsam und psychedelisch und verwurzelt mit der von Drogen geprägten Kunst der 1960er Jahre.

Ricore: Wie sehr müssen Sie sich als Regisseur eines solchen Films mit Computeranimation und Spezialeffekte auskennen? Oder konzentrieren Sie sich lieber auf die Arbeit mit den Schauspielern?

Derrickson: Mein Wissen über diese Dinge ist in den letzten 20 Jahren meiner Arbeit als Regisseur und auch Drehbuchautor stetig gewachsen, doch für diesen Film habe ich versucht, mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Ich habe nicht gedacht: was ist möglich, was können wir machen. Sondern genau andersherum: Was ist unmöglich? Was kann man selbst mit Spezialeffekten nicht realisieren?

Ricore: Beispielsweise die Szene auf den Straßen Hongkongs?

Derrickson: Genau, so bin ich daran gegangen. Ich dachte, wäre es nicht toll, wenn sich die Action vorwärts bewegt, aber das Drumherum rückwärts? Das ist unmöglich - also lasst es uns machen. Ich zeichnete detaillierte Storyboards, wir erstellten Requisiten und fanden schließlich heraus, wie wir es umsetzen konnten. Das war wirklich mühsam.

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