Interview: Vincent Lindon zu Auguste Rodin | FILMREPORTER.de
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Interview

Vincent Lindon als "Auguste Rodin"
Rodin verschlungen?

Vincent Lindon zu "Auguste Rodin"

Vincent Lindon ist sauer. Vor wenigen Minuten hat er mit Nastassja Kinski einen kurzen Plausch im Aufzug des Hotels Bayerischer Hof in München, nun sitzt er der zweiten Journalistengruppe gegenüber. Der 58-jährige lässt Dampf ab, er würde lieber eine Pressekonferenz geben als im Halbstundentakt die immer gleichen Fragen zu beantworten. Lindon wird 1986 in "Betty Blue - 37.2 Grad am Morgen" bekannt. Vor zwei Jahren gewinnt er in Cannes den Darstellerpreis für "Der Wert des Menschen". Jetzt ist er als Maler und Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) zu sehen, den eine unheimliche Leidenschaft mit seiner Schülerin Camille Claudel verbindet.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de,  6. September 2017

Vincent Lindon als "Auguste Rodin"

Vincent Lindon als "Auguste Rodin"

Einige Sätze sind nur schwer zu verstehen
Ricore Text: Ihr Gesicht ist hinter einem dichten Bart versteckt. Beeinflusste er Ihr Spiel?

Vincent Lindon: Sie kennen sicher auch den Ausdruck, durch den Bart nuscheln. So fühlte sich der Sound meiner Stimme in den ersten Proben an. Ich musste mich umstellen, die Worte anders prononcieren. Der Regisseur und ich haben auch einkalkuliert, dass einige Sätze nur halb zu verstehen sind.

Ricore Text: Gibt es Vorlagen, an denen Sie sich orientieren konnten?

Lindon: Rodins Stimme selbst ist nicht überliefert, was es mir erleichterte, meinen Rodin zu finden. Andererseits berichten seine Zeitgenossen, er habe privat, beruflich und bei öffentlichen Auftritten völlig unterschiedlich gesprochen. In seinem Atelier und gegenüber Frauen soll er sehr extrovertiert aufgetreten sein, er kehrte den Autoritäts- und Machtmensch heraus. In der Academie Francaise oder bei offiziellen Auftritten nahm er sich zurück und sprach leise, um nicht aufzufallen.

Ricore Text: Wie weit sind Sie in die Bildhauerei eingetaucht?

Lindon: Ich habe gelernt, Skulpturen zu schaffen. Dafür habe ich fünf Monate lang jeden Tag mehrere Stunden geübt. Nur die Wochenenden hatte ich frei.

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