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Christopher Walken in "Die Verschwörung - Tödliche Geschäfte" (Turks & Caicos, 2014)

Christopher Walken in "Die Verschwörung - Tödliche Geschäfte" (Turks & Caicos, 2014)

Christopher Walken: nicht gut genug fürs College
Ricore Text: Wann haben Sie damit angefangen?

Walken: Als ich von der High School kam, hatte ich keine andere Wahl. Meine Noten waren nicht gut genug fürs College. Ich konnte nichts anderes tun als tanzen.

Ricore Text: Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Showbusiness?

Walken: Meine Mutter war regelrecht verzaubert vom Showbusiness. Sie wollte Teil davon sein, doch das war nicht möglich, weil sie aus Europa nach Amerika kam. Aber sie hatte drei Söhne, die sie beim Fernsehen unterbrachte, das damals in New York im Kommen war. Alles war damals noch live. Es gab keine Videoaufnahmen. In New York wurden 90 Fernsehsendungen pro Woche produziert, alle live. In vielen Sendungen traten Kinder auf. Ich war eines davon.

Ricore Text: Sie waren also ein Kinderstar?

Walken: Keiner von uns war wirklich berühmt. Wir haben es einfach getan. Wir sangen und tanzten ein bisschen herum.

Ricore Text: Wann haben Sie zum ersten Mal an die Möglichkeit einer Filmkarriere gedacht?

Walken: Nach der High School habe ich zunächst in einem Musical-Theater in New York gearbeitet. Ich tourte umher, spielte in Stücken wie "West Side Story" mit. Dann bekam ich durch Zufall eine Rolle in einem Theaterstück. Es folgten Rollen in anderen Stücken. Schließlich gab mir jemand eine Rolle beim Film.

Ricore Text: Wie war Ihre erste Erfahrung auf einem Filmset?

Walken: Mit den ersten Filmen hatte ich großes Glück, weil ich mit wichtigen Leuten zusammenarbeiten durfte. In einem Film wie "Der Anderson Clan" spielte Sean Connery und andere gute New Yorker Schauspieler mit. Regie führte Sidney Lumet und ich hatte eine sehr kleine Rolle. Die Figur hieß 'Kid'.

Christopher Walken in "Die durch die Hölle gehen" (The Deer Hunter, 1978)

Christopher Walken in "Die durch die Hölle gehen" (The Deer Hunter, 1978)

"Ich liebte Michael"
Ricore Text: War damit Ihr Interesse für den Film geweckt?

Walken: Ja, da die Angebote aber bald ausblieben, ging ich zurück ans Theater. Ich stand an mehreren Orten auf der Bühne, auch in Kanada. Ich spielte auf dem Stratford Festival in Ontario, auf am Broadway. Dann war ich einige Zeit arbeitslos, bevor ich wieder eine Filmrolle angeboten bekam.

Ricore Text: Wann haben Sie gemerkt, dass Sie als Schauspieler erfolgreich sein können?

Walken: Es gibt Augenblicke im Leben eines jeden, egal ob man Schauspieler ist oder nicht, da passiert einem plötzlich etwas Gutes. Bei mir trat dieser Moment mit "Die durch die Hölle gehen" ein. Nach diesem Film bekam ich bessere Rollen. Die Menschen wurden auf mich aufmerksam, man kannte meinen Namen. Ich verdiente plötzlich mehr Geld. Vieles hat sich mit dem Film geändert.

Ricore Text: Regie führte Michael Cimino, der letztes Jahr verstarb.

Walken: Ich liebte Michael. Wir haben den Film zusammen vermarktet, besuchten zusammen Filmfestivals. Danach drehten wir "Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel", was auch eine großartige Erfahrung war. Der Film war damals zwar nicht erfolgreich. Heute weiß man, dass er besser ist, als man ihn seinerzeit gewürdigt hat.

Ricore Text: Denkwürdig ist auch ihre Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino!

Walken: Ich hab mit Tarantino nur bei einem Film zusammengearbeitet und zwar fünf Stunden lang bei "Pulp Fiction". Es war der letzte Drehtag, viele Mitarbeiter waren schon nach Hause gegangen. Ich kam um acht Uhr früh ans Set. Nur ich und der kleine Junge hatten eine Szene zu drehen. Gegen Mittag war alles vorbei.

Ricore Text: Kannten Sie Tarantino schon vorher?

Walken: Mein Freund Harvey Keitel sagte mir, ich sollte diesen Kerl unbedingt kennenlernen. Ich traf ihn und dachte, er sei noch ein Teenager. Ich dachte er geht noch in die Schule. Das war, bevor er berühmt wurde.

Ricore Text: Welchen Rat haben Sie als erfahrener Schauspieler für jüngere Kollegen?

Walken: Ich habe für jeden Menschen einen Rat: Schnallt euch an!

Ricore Text: Danke für das Gespräch.
Alessandra Mattanza, Filmreporter.de - 28. Oktober 2017

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