Interview: Juliette Lewis | FILMREPORTER.de
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Interview

Juliette Lewis
Besonderer Schlüssel für eine besondere Schauspielerin

Juliette Lewis von Türken geehrt

Der Beitrag Juliette Lewis' zum Weltkino ist beachtlich. Vor allem in den 1990er Jahren schrieb die Schauspielerin mit Filmen wie "Kap der Angst" und "Natural Born Killers" Filmgeschichte. Für ihre Leistung wurde der Tochter des Schauspielers Geoffrey Lewis im Rahmen des 54. Antalya Film Festivals nun der Ehrenschlüssel für die Festivalstadt überreicht. Im Interview mit Filmreporter.de lässt die 44-Jährige ihre Karriere Revue passieren.
Von  Alessandra Mattanza, Filmreporter.de,  8. November 2017

Robert De Niro in "Kap der Angst"

Robert De Niro in "Kap der Angst"

"Kap der Angst" in Antalya
Ricore Text: Miss Lewis, im Rahmen des Filmfest Antalya wurde auch Martin Scorseses Psychothriller "Kap der Angst" gezeigt, in dem Sie eine der Hauptrollen spielen. Können Sie sich noch daran erinnern, wie es zu der Zusammenarbeit kam?

Juliette Lewis: Ich war 18 Jahre alt, als wir "Kap der Angst" drehten. Doch die Figur, die ich spielte war 14. Vielen Menschen war das nicht bewusst. Die Figur ist inspiriert von einem kleinen Mädchen, das ich in einem Park traf. Es hielt ein kleines Kätzchen in seinen Händen und schaute drein, als hütete es ein großes Geheimnis. Ich mag es, mich für die Rollen von meiner Umgebung inspirieren zu lassen.

Ricore Text: Wie haben Sie Scorsese überzeugt, dass Sie die Richtige für die Rolle sind?

Lewis: Ich musste vier Mal vorsprechen, bevor ich die Rolle bekam. Später erzählte mir Marty, dass sie hunderte Mädchen vorsprechen ließen. Als sie mich gesehen haben, konnten sie nicht glauben, dass sie in mir schon die Richtige für die Rolle gefunden haben. Trotzdem ließen sie mich weiter vorsprechen, während sie parallel weitere Mädchen anhörten. Meine Idee beim Casting war, nicht zu schauspielern, sondern mich so natürlich wie möglich zu geben. Für mich ist Schauspielerei körperliche Verwandlung. Ich möchte das Spielen so natürlich aussehen lassen wie atmen.

Ricore Text: Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit mit Robert De Niro?

Lewis: Es war unglaublich. Es gibt im Film eine Szene mit De Niro und mir, die neun Minuten lang ist, was sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise dauern Filmszenen wenige Minuten, bevor zur nächsten Szene geschnitten wird. Insofern fühlte sich der Film streckenweise wie ein Theaterstück an. "Kap der Angst" war wie ein Tango-Tanz der Emotionen. Mit der kreativen Freiheit, die ich hier hatte, wurde ich früh verzogen. Ich habe von Anfang an von den Besten lernen können. Robert De Niro war so präsent in der Rolle, dass er auch mich mitgezogen hat. Es war eine magische Erfahrung.

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