Interview: Carlos Saldanha zu zu Ferdinand - Geht STIERisch ab! (3D) | FILMREPORTER.de
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Interview

Carlos Saldanha aufg der deutschen Premiere von "Ferdinand - Geht STIERisch ab!"
Garfield-Fan tritt gegen Pixar an

Carlos Saldanha Geht STIERisch ab

Carlos Saldanha, geboren 1968 in Rio de Janeiro, war als Kind ein riesiger Fan der Garfield-Comics und amerikanischer Zeichentrickserien. Er studierte Kunst in den USA und wurde sofort von den Blue Sky Studios engagiert, die seit der Premiere des ersten Teils von "Ice Age" die Animationsszene umkrempelten. Saldanha inszenierte den zweiten und dritten Teil der Saga um Manni und Sid. In Berlin stellte er "Ferdinand - Geht STIERisch ab! (3D)" vor. Im Zentrum steht ein gutmütiger, liebeswerter Stier, der sich weigert, in der Arena zu kämpfen. Filmreporter.de hat nachgefragt.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de, 22. Dezember 2017

Carlos Saldanha

Carlos Saldanha

Ich kannnte nur den kurzen Zeichentrickfilm von Disney


Ricore Text: "Coco 3D" aus dem Hause Pixar und Ihr Film konkurrieren jetzt um die Gunst der Zuschauer. Unterscheiden sich die Filme der beiden Firmen?

Carlos Saldanha: Pixar tritt beim Geschichtenerzählen in die Fußstapfen von Disney. Sie würden nie einen Film wie "Ice Age" konzipieren, solche Geschichten sind unser Alleinstellungsmerkmal. Wir bieten ein größeres Themenspektrum an. Die Blue Sky Studios befinden sich in Connecticut an der Ostküste, wir fühlten uns immer ein bisschen unabhängiger von Hollywood. Aber der Entstehungsprozess der Filme ist gleich. Wir stehen vor den gleichen kreativen Problemen. Und viele Mitarbeiter wechseln zwischen den Unternehmen.

Ricore Text: Wobei die Geschichte von Ferdinand Züge von "Ice Age" übernimmt und auch Dori aus "Findet Nemo" von Pixar durchschimmert...

Saldanha: Wir können unser Unterbewusstsein nicht ausschalten, diese Filme haben sich tief in unsere Seele eingebrannt. Ich liebe "Nemo", dieser Film soll die Zuschauer auf eine ähnliche emotionale Reise mitnehmen. Und natürlich drängt sich der Vergleich zwischen dem Mammut Manni und Ferdinand auf. Gleichzeitig ähnelt Ferdinand dem Faultier Sid. Er ist ein wenig ängstlich, hat aber das Herz am richtigen Fleck.

Ricore Text: Zugleich setzen Sie stets auf aberwitzige Nebenfiguren wie die drei Lippizaner in diesem Film.

Saldanha: Im Zentrum steht Ferdinands emotionale Reise, mir lag vor allem der letzte Akt am Herzen, wenn alles aus dem Ruder läuft. Dann bleibt der Film nahe an Ferdinands Schicksal. Zuvor haben wir uns die Freiheit genommen, seine Welt so bunt und lustig wie möglich zu machen. Dafür schlittern die Figuren in etliche aberwitzige Situationen.

Ricore Text: Konnten Sie den visuellen Stil des Buches bewahren?

Saldanha: Die Zeichnungen ließen sich nicht in einen 3D-Film übersetzen. Die Rechteinhaber gaben mir die Freiheit, einen eigenen Stil zu entwickeln, in den ich Details aus den Illustrationen des Buchs einbaute. Wichtiger war beiden Seiten, Ferdinands Emotionen zu bewahren. Er ist ein Bulle, der nicht kämpfen will. Obwohl er groß und kräftig ist, ist er freundlich und friedlich.

Ricore Text: Von welchen Kriterien haben Sie sich bei der Entwicklung der Geschichte leiten lassen?

Saldanha: Ich habe mit dem dritten Akt und dem Ende des Films begonnen. Was ungewöhnlich ist. Normalerweise beginnen wir mit den Figuren, entwickeln langsam die Geschichte und überlegen lange, wie wir den Film beenden. Diesmal mussten wir einen stimmigen Weg finden, um dorthin zu gelangen.

Ricore Text: Gehörte "Ferdinand" zu Ihren Lieblingsbüchern?

Saldanha: Ich bin in Brasilien aufgewachsen und kannte nur den kurzen Zeichentrickfilm von Disney. Aber meinen Kindern habe ich das Buch vorgelesen.

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