Interview: Josh Brolin zu Deadpool 2 | FILMREPORTER.de
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Interview

Josh Brolin in "Deadpool 2" (2018)
Endlich mal Ryan Reynolds verprügeln...

Josh Brolin zu "Deadpool 2"

Josh Brolin hat Hollywood erst spät erobert. Heute ist der 50-jährige einer der "Men in Black", Teil der Task Force in "Sicario", der zweite Teil kommt im Juli ins Kino. Als gewissenloser Bösewicht Thanos bedroht Brolin gerade die Welt der "Avangers" in "Infinity War". Und nun kämpft er in "Deadpool 2", dem zweiten Comic-Reich des Marvel-Imperiums, den X-Men, als Cable zunächst gegen Superheld Deadpool. Hinter dessen Maske verbirgt sich erneut Ryan Reynolds.
Von  Katharina Dockhorn/Filmreporter.de,  4. Juni 2018

Ryan Reynolds & Josh Brolin auf der New Yorker Premiere von "Deadpool 2" (2018)

Ryan Reynolds & Josh Brolin auf der New Yorker Premiere von "Deadpool 2" (2018)

Bichts, was mich glücklicher machen könnte!
Ricore Text: Haben Sie es genossen, Ryan Reynolds zu verprügeln?

Josh Brolin: Es gibt nichts, was mich glücklicher machen könnte. Er ist so klug, sieht viel zu gut aus und ist auch noch erfolgreich. Er verkörpert alles, was ich hasse. Nein, ich habe mich über seine Anfrage gefreut, ich wusste, worauf ich mich einlasse. Vor Jahren habe ich wochenlang für eine knapp fünfminütige Kampfszene hunderte Bewegungen einstudiert. Sie wurde in einer Einstellung gedreht, von den sieben Versuchen war einer sehr gut. Aber jetzt bin ich 20 Jahre älter. Ryan und ich sind oft völlig kaputt und von Schmerzen gepeinigt vom Set geschlichen. Daher habe ich keine Ahnung, wie ich die drei Filme überstehe, für die ich mich vertraglich verpflichtet habe.

Ricore Text: Was hat Sie überzeugt, es überhaupt zu versuchen?

Josh Brolin: Geld, sehr viel Geld. Meine Kinder sind erwachsen, solche Filme geben mir die Chance, mit einer großen Entourage durch die Welt zu touren. Darauf kommt es mir natürlich nicht an. Ich bin ein großer Fan des ersten "Deadpool"-Films. Deshalb habe ich das Drehbuch der Fortsetzung sofort verschlungen. Anschließend habe ich mich 90 Minuten in einem Lachanfall gekrümmt und zugesagt.

Ricore Text: Wie sah Ihr Training aus?

Josh Brolin: Elf Wochen lang folgte ich einem strengen Ernährungs- und Fitnessprogramm. Zucker verschwand aus meinem Speiseplan. Ich habe jedes Nahrungsmittel penibel abgewogen. Drei Stunden täglich verbrachte ich im Fitness-Studio Mekka in Venice Beach, das Arnold Schwarzenegger bekannt gemacht hat und in dessen Nähe ich lebe. Ich hatte Angst vor einer Verletzung Daher habe ich alle Übungen mit wenig Gewicht und mit sehr langsamen Bewegungen absolviert. Die ersten beiden Wochen waren schwer. Mein Gehirn wehrte sich gegen die Überanstrengung und die ungewohnten Reize. Ich dachte oft, ich werde sterben. Danach fühlte ich mich besser, das Training machte Spaß. Sport gehört sicher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber die physiologischen Veränderungen des Körpers sind faszinierend.

Ricore Text: War es ein Vorteil, dass Regisseur David Leitch früher Stunt-Choreograf war?

Josh Brolin: David ist ein toller Arrangeur, ich arbeite seit acht Jahren mit seiner Crew. Ihn selbst hatte ich nie kennen gelernt. Er weiß genau, was er will. Wenn ich ans Set kam, hatte ich die Szenen meist länger als eine Woche geübt. Ich fühlte mich gut vorbereitet, aber David hatte stets etwas auszusetzen. Innerhalb weniger Minuten musste ich seine Vorschläge umsetzen, was weder meinen Daumen noch meinem Knie gut bekam. Mein Kopf kam mit der Koordination oft nicht hinterher. Umso glücklicher bin ich mit dem Resultat. Für einen Fünfzigjährigen sehe ich gut aus.

Ricore Text: Müssen Sie die gesamte Zeit so grimmig gucken?

Josh Brolin: Ich bin jeden Drehtag um zwei Uhr morgens aufgestanden, um fit zu sein, wenn ich gegen vier abgeholt wurde. Dann saß ich drei Stunden lang auf einem Stuhl in der Maske. Nach zwölf Stunden Dreh brauchte ich nochmals 90 Minuten für das Abschminken. Dieser Rhythmus hob gewiss nicht meine Stimmung.

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