Interview: Josh Brolin zu Deadpool 2 | FILMREPORTER.de
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Josh Brolin in "Deadpool 2" (2018)

Josh Brolin in "Deadpool 2" (2018)

Josh Brolin: Ich vertraue den Eltern
Ricore Text: Der Film vermittelt die Botschaft, sich in den Gegner hineinzuversetzen und lieber einmal mehr zu verhandeln als gleich zu schießen. Ganz ohne Gewalt kommt er aber nicht aus?

Josh Brolin: Ich sehe das gelassen und vertraue den Eltern Sie müssen entscheiden, welche Filme ihre Kinder sehen dürfen. Ich habe zum Beispiel mein Kostüm für einen guten Zweck versteigern lassen. Daraufhin schrieb mir eine Mutter, ihr Sohn sei ein großer Fan von Cable. Den Film darf er trotzdem nicht sehen.

Ricore Text: Wie wichtig ist diese Botschaft in der gegenwärtigen politischen Situation, erst zu verhandeln und dann zu kämpfen?

Josh Brolin: Wir brauchen wieder Momente des Miteinanders, in denen wir gemeinsam lachen, und müssen versuchen, uns in den anderen hineinzuversetzen. Was vielen Amerikanern schwer fällt. Ich bin immer viel gereist. Mit 19 war ich das erste Mal in Berlin, sah die Mauer und war in Ostberlin. Ich kenne die Perspektiven von Menschen in anderen Ländern. Diese Erfahrung fehlt vielen Amerikanern, die nie aus ihrer Umgebung raus gekommen sind. Ich kann sie dafür nicht verurteilen, ich verstehe ihren eingeschränkten Blick auf die Welt. Ich möchte sie nur manchmal am Kragen packen und zur nächsten Straßenecke schleppen, damit sie die Diversität der Welt schätzen lernen.

Ricore Text: Im Film sind Sie ein Zeitreisender. Wohin würden Sie gerne selbst reisen?

Josh Brolin: Ich lebe gerne heute, ich möchte nicht tauschen. Weil ich endlich das machen kann, was ich immer wollte und in knapp drei Jahren fünf Action und Arthouse-Filme gedreht habe. Ich bin vielleicht am glücklichsten Moment meiner Karriere, der sich nie wiederholen wird.

Ricore Text: Was reizte Sie an Thanos, den Sie in den "Avengers" spielen?

Josh Brolin: Er ist der schrecklichste Tyrann im ganzen Universum. Ich war überrascht, dass Marvel ihn nach dem Vorbild Gollums im "Herr der Ringe" wie einen Bösewicht aufbaute, dessen Schicksal den Zuschauer nicht kalt lässt. Die Figur hatte genug emotionalen Tiefgang und ausreichend Facetten.

Ricore Text: Wobei es schon auffallend ist, dass viele Schauspieler heute diesen Spagat zwischen Arthouse und Action meistern?

Josh Brolin: Action-Filme wurden lange als B-Movies unterschätzt. Regisseur Kevin Feige begann dies zu verändern, als er Mark Ruffalo erfolgreich als Hulk besetzte. Darauf haben Studios und Autoren reagiert. Aus holzschnittartigen Comic-Figuren wurden Superhelden aus Fleisch und Blut.

Ricore Text: Wie geht es weiter mit Cable?

Josh Brolin: Ryan und ich wollen Deadpool und Cable zu einem unschlagbaren Duo aufbauen, dass die Filme so prägt wie Nick Nolte und Eddie Murphy einst die "48 Stunden"-Filmreihe.

Ricore Text: Vielen Dank für das Gespräch
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de - 4. Juni 2018

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