Die Kinder sind tot

Die Kinder sind tot

Kevin und Tobias
Originaltitel
Die Kinder sind tot
Regie
Aelrun Goette
Darsteller
Daniela Jesse, Rosemarie Jesse, Kerstin Boltz, Cornelia Scheplitz, Thorsten Mausolf, Jörg Semmler
Medium
DVD (Leihfassung)
Verleih ab
20.09.2004 bei Absolut Medien
Kinostart Deutschland
Die Kinder sind tot
Genre
Dokumentarfilm
Land
Deutschland
Jahr
2003
FSK
ab 12 Jahren
Länge
90 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Extras: Interview mit der Regisseurin Aelrun Goette (28 Min.) • Linkliste
Daniela Jesse ist in Neuberesinchen, einer Plattenbausiedlung am Stadtrand von Frankfurt a. Oder geboren. Die Menschen, die dort leben haben kaum eine Lebensperspektive. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch, das Geld ist immer knapp und viele träumen einfach nur davon, dieses Leben hinter sich zu lassen. Aber nur die wenigsten schaffen den Absprung. Auch Daniela hofft auf eine bessere Zukunft, verlässt als Jugendliche ihre desolaten Familienverhältnisse. Sie findet Unterschlupf in einer betreuten Wohngemeinschaft, sie fängt eine Lehre an, die sie aber nicht zu Ende bringt. Das junge Mädchen lässt sich mehrfach auf Affären mit Männern ein, die sie aber nur ausnutzen. Mit siebzehn kommt das erste Kind, Daniela ist aber selbst noch nicht ihrer Kindheit entwachsen. Kaum ist sie der Plattenbausiedlung entkommen, kehrt sie mit ihrem Kind wieder zurück. In den folgenden sechs Jahren bekommt sie vier Kinder von vier verschiedenen Männern. Ein Kind lebt bei ihrer Oma Rosemarie, das Jüngste wird zur Adoption freigegeben. Die beiden mittleren bleiben bei der jungen Mutter. Daniela lernt wieder einen neuen Mann kennen. Für sie ist es die große Liebe. Sie lässt die Kinder alleine und geht zu ihrem Freund. Für die beiden Jungen beginnt ein qualvoller Kampf bis zum Tod.
Der Prozess gegen Daniela Jesse sorgte für großes Aufsehen, die Medien sind zahlreich vertreten, der Fall wird von der Öffentlichkeit mit Bestürzung und Unverständnis aufgenommen. Die Mutter der Angeklagten beschuldigt ihre Tochter, aufgebrachte Nachbarn fordern angewidert die Todesstrafe. Freunde wollen bemerkt haben, dass Daniela ihre Kinder vernachlässigt haben soll. Das Jugendamt will nichts von allem gewusst haben. Die Angeklagte wird wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Dokumentarfilm versucht, die Hintergründe des Verbrechens aufzudecken und Fragen zu beantworten. Hat Daniela ihre Kinder bewusst allein gelassen? Ist sie allein dafür verantwortlich? Hätten andere Menschen, etwa die vom Rachegedanken begeisterten Nachbarn die Tragödie verhindern können? Regisseurin Aelrun Goette gibt keine einfachen Antworten, sie zeigt ein Leben in einer Umgebung, die nicht imstande ist, andere aufzufangen. Auch thematisiert sie die kaputte Mutter-Tochter-Beziehung.
Julia Stoll, Filmreporter.de
2022