Zimt & Koriander
Zimt & Koriander

Zimt & Koriander

Originaltitel
Politiki kouzina
Genre
Drama, Komödie
Land /Jahr
Griechenland, Türkei 2003
 
103 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
DVD (Leihfassung)
Verleih ab
24.10.2005 ( Kino Deutschland ) bei AL!VE
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
8,0 (6 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenMeinungDVDs
Making Of • Deleted Scenes
Fanis (Georges Corraface) ist in Istanbul geboren, lebt aber seit langem in Athen. Erst als sein Großvater (Tassos Bandis) im Sterben liegt, reist der Astrophysiker zurück in die alte Heimat. Dort überfluten ihn unangenehmen Erinnerungen an die einstige Vertreibung seiner Familie aus Istanbul. Bis zum Zeitpunkt der Aussiedlung nach Griechenland verlebt Fanis (Markos Osse) eine glückliche Kindheit. Er verbrachte viel Zeit in dem Gewürzladen des Großvaters. Dort spielt Fanis nicht nur auf dem Dachboden, sondern erhält auch erste Lektionen über die Astronomie. Anhand der verschiedenen Würzstoffe erklärt der alte Mann ihm die Welt der Sterne. So brennt Pfeffer so heiß wie die Sonne. Zimt dagegen ist süß und bitter wie die Venus. Im Jahr 1964 bricht die heile Welt zusammen. Der Siebenjährige muss seinen geliebten Großvater verlassen. Alle Griechen werden aus der Türkei ausgewiesen. Fanis Vater ist Grieche, somit müssen auch er und sein Sohn das Land verlassen. Der Großvater hat einen türkischen Pass und bringt es nicht übers Herz, Istanbul zu verlassen. Erst jetzt, nach 30 Jahren kehrt Fanis erstmals wieder in seine alte Heimat zurück.
Kochen ist eines der zentralen Themen von Tassos Boulmetis ersten Spielfilm. So gliedert er die Handlung symbolisch in Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise sowie die Präsentation des Essens auf. Geschickt verwebt er mehrere Erzählstränge miteinander, die sich nie störend in die Quere kommen. Die Geschichte eines aus der Türkei vertriebenen Griechen basiert auf persönliche Erlebnisse Boulmetis, der auch das Drehbuch schrieb. 1957 in Istanbul geboren, wird der Grieche 1964 mit seiner Familie aus der Türkei ausgewiesen. Wie die Hauptfigur Fanis kehrt auch er nach 30 Jahren erstmals in die alte Heimat zurück. Obwohl Boulmetis manchmal einen Groll gegen seine harte Vergangenheit hegt, zeichnet er die Türken keineswegs als schlechte Menschen. Ohne zu werten schildert er, wie die damaligen politischen Ereignisse das persönliche Leben eines kleinen Jungen, seiner Familie und Freunde beeinflussen. Boulmetis feinfühlige Rezeptur aus Humor, Bitterkeit und Hoffung ist äußerst schmackhaft geraten. Kein Wunder, dass Boulmetis bewegendes Drama bereits kurz nach seinem Kinostart in Griechenland zum Publikumsliebling avanciert. Nicht nur seine Landsleute werden sich über weitere Filmleckereien des Nachwuchsregisseurs freuen.
Viola Wich/Filmreporter.de
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2021