Ewige Schönheit - Film und Todessehnsucht im Dritten Reich
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Ewige Schönheit - Film und Todessehnsucht im Dritten Reich

Ewige Schönheit

Film und Todessehnsucht im Dritten Reich
Originaltitel
Ewige Schönheit
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Deutschland 2003
 
91 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
DVD (Kauffassung)
Kaufstart
04.11.2005 ( Kino Deutschland ) bei good!movies
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungDVDs
Interview mit Regisseur Marcel Schwierin (10 min) • Einblendbarkeit der Titel der zitierten Filme
Essay über Indokrination im Dritten Reich
Vom Nationalsozialismus ging in den 1930er Jahren eine eigentümliche, heute nur noch schwer nachvollziehbare Faszination aus. Die bewusst eingesetzte Ästhetik im nationalsozialistischen Film leistete insbesondere nach der Machtergreifung der NSDAP einen großen propagandistischen Beitrag, um die Volksmassen ideologisch zu führen. Sie hatte einen nicht unerheblichen Anteil am beängstigenden Erfolg der NS-Ideologie.

Essenzielle Themen der nationalsozialistischen Weltanschauung wie Größe und Reinheit der Volksgemeinschaft oder der überhöhte Körperkult wurden mit beeindruckenden Bildern etwa von Leni Riefenstahl ("Das blaue Licht") inszeniert. Erhaltene Aufnahmen bilden für Regisseur Marcel Schwierin die Grundlage seines filmischen Essays. Anhand der Bildkonstruktionen versucht Schwierin diesen Baustein der Geschichte des dritten Reiches zu rekonstruieren. Im Mittelpunkt seiner Untersuchung steht dabei sowohl der nationalsozialistische Dokumentar-, als auch der Kulturfilm. "Ewige Schönheit" versucht die Fragen nach den damaligen Ängsten, Wünschen und Hoffnungen beantworten, die bei vielen zu einer nahezu blinden Begeisterung für den Nationalsozialismus geführt hat.
"Ewige Schönheit" zeigt zum Teil bisher verschollene Originalaufnahmen aus den Jahren 1919 bis 1945 in chronologischer Reihenfolge. Marcel Schwierin will mit seiner Filmanalyse belegen, dass entgegen der weit verbreiteten Meinung von Experten, eine nationalsozialistische Filmästhetik durchaus vorhanden war und möchte deren Bildsprache analysieren. Die Inszenierung des Realen ist für ihn dabei das wesentlichste Merkmal des nationalsozialistischen Filmverständnisses.

Als weitere wichtige Elemente der NS-Bildsprache sieht Schwierin unter anderen den Opfertod oder die eindeutige Einteilung der Welt in Gut und Böse. Die chronologische Anordnung der gezeigten Originalaufnahmen führt auch zu einer thematischen Gliederung. Sie beginnt mit der angsterfüllten Unsicherheit während der Weimarer Republik und endet mit dem vermeintlich heroischen Untergang des Dritten Reichs. Schwierin hat Bilder zu diesen Themen ausgewählt, die in ihrer Ästhetik und Komposition beeindruckend und innovativ waren.
Vincenzo Panza/Filmreporter.de
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungDVDs
2021