Koch Films
Des Teufels Lohn ("Man in the Shadow", 1957)

Des Teufels Lohn

Originaltitel
Man in the Shadow
Regie
Jack Arnold
Darsteller
Jeff Chandler, Orson Welles, Colleen Miller, Ben Alexander, Barbara Lawrence, John Larch
Medium
DVD
Im Handel ab
bei Plaion Pictures (Koch Films)
Kinostart Deutschland
Des Teufels Lohn
Genre
Western
Land
USA
Jahr
1957
FSK
ab 16 Jahren
Länge
80 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Extras: erhältlich in der "Jack Arnold Western Collection"
Politisches Western-Experiment von Jack Arnold
Als Sheriff der verschlafenen Kleinstadt Spurline in Texas muss sich Ben Sadler (Jeff Chandler) eher mit harmlosen Alkoholikern, als mit gefährlichen Verbrechern beschäftigen. In dem Ort am Ende der Welt passiert einfach nichts. Doch dann meldet der mexikanische Tagelöhner Jesus Cisneros (Martin Garralaga) einen Mord. Sein Freund Juan Martin (Joe Schneider) sei vom Vorarbeiter Ed Yates (John Larch) zusammengeschlagen worden. Ben Sadlers Pflicht ist der Sache auf den Grund zu gehen. Doch sein Vorhaben löst eine wahre Hysterie unter der Kleinstadtbevölkerung aus. Denn Ed Yates ist der beste Mann von Virgil Renchler (Orson Welles). Der reiche Farmer besitzt die halbe Stadt und setzt seine Macht wie ein autoritärer Herrscher ein. Nicht einmal seine Tochter Skippy (Colleen Miller) kann sich seiner Gewalt widersetzen. Der selbsteingenommene Diktator will sich dem Gesetz nicht fügen und verweigert die Kooperation mit dem Sheriff. Ben Sadler wird zum Einzelgänger im Kampf gegen eine blinde und korrupte Stadt.
Zwischen 1955 und 1975 drehte der profilierte Horror- und Science-Fiction-Regisseur Jack Arnold insgesamt fünf Western. "Man in the Shadow" aus dem Jahr 1957 wird zu Unrecht als solcher klassifiziert. Der Film bietet keine actionreiche Unterhaltung oder staubige, bewaffnete Helden. Ganz im Gegenteil. Die Revolverduelle gehören der Vergangenheit an, der Konflikt wird stattdessen mit politischen Mitteln ausgetragen. Erpressung, Rassismus und Korruption treiben die Handlung voran. Erstmals gewährte Universal Studio dem Regisseur ein größeres Budget, zwei der Stars der Zeit - Orson Welles und Jeff Chandler - konnten für die Produktion gewonnen werden. Arnold wagt viel: unverhohlen vergleicht er den autoritären Landbesitzer Virgil Renchler mit dem italienischen Faschisten Benito Mussolini.

Durch die Verhältnisse in der Kleinstadt wird zudem ein Bezug zur US-Gesellschaft hergestellt. Auch optisch sprengt der Regisseur die Vorgaben des Westerns. Die Cowboy-Hüte sind das einzige Überbleibsel aus der Gunmen-Kinogeschichte. Sonst fahren die Protagonisten schicke Autos auf asphaltierten Straßen, rauchen teure Zigarren und agieren nur als Drahtzieher für die blutigen Taten. Arnold projiziert die physische Gewalt des Western in die zivilisierte Gesellschaft der späten 1950er Jahren. Das Ergebnis ist eine kritische Auseinandersetzung mit autoritären Gesellschaftssystemen.
Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de
Düsteres Portrait einer durch und durch korrupten Stadt.
Koch Films
Des Teufels Lohn ("Man in the Shadow", 1957)
2022