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Lourdes

OriginaltitelLourdes
GenreDrama
Land & Jahr Österreich 2009
FSK & Länge ab 0 Jahren • 95 min.
MediumDVD (Leih)
AnbieterEuroVideo Medien
Verleih ab07.10.2010
RegieJessica Hausner
DarstellerSylvie Testud, Jackie Wulf, Irma Wagner, Hubert Kramar, Gerith Holzinger, Martin Habacher
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Ambivalentes Drama über den Glauben an Wunder

Jedes Jahr pilgern tausende Kranke und Leidende nach Lourdes. Sie erhoffen sich eine wundersame Heilung ihrer Wunden und Krankheiten oder ein anderes Wunder. Unter den Pilgern ist auch Christine (Sylvie Testud), eine junge Frau, die aufgrund ihrer Multiple Sklerose Erkrankung an den Rollstuhl gefesselt ist. In Frankreich angekommen, nimmt sie an diversen Prozessionen und Ritualen teil, betet mit anderen Pilgern für ihre Genesung und spricht mit einem Priester über ihre Ängste und Zweifel. Sie fragt sich, warum gerade sie mit der Krankheit leben muss und kein normales Leben führen kann. Doch dann geschieht das sehnlichst erhoffte Wunder: Christine erhebt sich von ihrem Rollstuhl und kann wieder gehen. Ihre plötzliche Heilung wird von einem Ärztekomitee vor Ort geprüft. Es ist fraglich, ob Christine ihre Krankheit tatsächlich auf wundersame Weise überstanden hat oder ob es sich bloß um eine vorübergehende Besserung handelt, was typisch bei dieser heimtückischen Krankheit ist. Trotz eines möglichen Rückfalls genießt sie die neu gewonnene Freiheit und versucht, an ihrem unerwarteten Glück festzuhalten.
"Wenn's nicht hält, dann war's eben kein Wunder. Dann kann er nichts dafür", sagt eine missgünstige Pilgerin zur anderen, als Christine nach ihrer Genesung wieder einen Schub ihrer Erkrankung hat. Es sind vor allem die kurzen Gespräche der Randfiguren, in denen die skeptische Haltung von Jessica Hausners Film zum Ausdruck kommt. "Wenn man es zu verbissen versucht, ist es auch nicht gut", heißt es an anderer Stelle. Sind bestimmte Bedingungen an ein Wunder geknüpft? Muss man sich vor Gott als würdig erweisen? Hausner liefert uns mit ihrem Film keine Antworten. Der Regisseurin geht es um die Widersprüche zwischen dem unbedingten Glauben an Wunder und dem sinnlosen Leid, dem die Hoffenden ausgesetzt sind. Die widersprüchliche Welt von "Lourdes" sehen wir in erster Linie durch die Augen von Christine. Während die Randfiguren dem Film eine gewisse satirische Dimension verleihen, erzählt Hausner die Geschichte ihrer Protagonistin als tiefgehendes Drama einer jungen Frau, die durch ihre Krankheit in die Isolation getrieben wird. Die stille Verzweiflung Christines verleiht dem Film Ernsthaftigkeit und macht die Pilgerfahrt auch für Skeptiker nachvollziehbar. Ambivalent bleibt der Film dennoch bis zum Schluss, das er offen lässt, ob Christines Heilung von Dauer sein wird. Wichtiger als die Heilung selbst, sei die Festigung des Glaubens, so die leer klingenden Worte von Christines Seelsorger. Der Film will im Grunde das Gegenteil: Nicht um die Festigung des Glaubens geht es ihm, sondern darum, den Glauben in Frage zu stellen und zum Nachdenken anzuregen.

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Lourdes

Christine (Sylvie Testud) ist aufgrund ihrer Multiple-Sklerose-Erkrankung gelähmt. Sie erhofft sich durch eine Reise nach Lourdes jedoch eine Wunderheilung....  Clip starten
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Galerie:  Lourdes

Jessica Hausners Drama setzt sich auf interessante Weise mit dem Thema Religion auseinander. Anstatt Antworten zu liefern, stellt sie den Glauben grundsätzlich in Frage. mehr
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