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Ajami - Stadt der Götter

Stadt der Götter

OriginaltitelRussoun
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Israel 2009
FSK & Länge ab 16 Jahren • 120 min.
MediumDVD (Leih)
Anbietergood!movies
Verleih ab24.09.2010
RegieYaron Shani, Scandar Copti
DarstellerTamar Yerushalmi, Moshe Yerushalmi, Sigal Harel, Eran Naim, Ranin Karim, Hilal Kabob
Homepage http://www.ajami-film.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsGalerienDVDsbewerten
DVD Extras: Umfangreiches Zusatzmaterial auf Bonus-DVD (über 100 min): • Making-Of • herausgeschnittene Szenen • Nasris Zeichnungen • Interview mit den Regisseuren • verschiedene Kino-Trailer • Originalfassung (hebräisch & arabisch gesprochen)

Was passiert wenn zwei Welten aufeinanderprallen?

Ajami ist ein Viertel der von Tel Aviv eingemeindeten Stadt Jaffa. Der Stadtteil gilt als Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und zugleich als Gefahrenherd. Für den 19-jährigen Moslem Omar (Shahir Kabaha) und seinen jüngeren Bruder Nasri (Fouad Habash) ändert sich das Leben schlagartig, als ihr Onkel sich eine Schießerei mit einer der mächtigsten Beduinenfamilien liefert. Nach einer chaotischen Verhandlung vor einem islamischen Gericht, muss der junge Mann die Schuld auf sich nehmen. Um den Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Parteien zu bewahren, soll er eine hohe Summe als Schadenersatz bezahlen. Jeden Tag schuftet er im Restaurant des arabisch-christlichen Geschäftsmanns Abu Elias (Youssef Sahwani). Aber dies reicht nicht, um den geforderten Betrag aufzutreiben. Da kommt Omars Freund und Arbeitskollege Malek (Ibrahim Frege) mit einem Päckchen Kokain zu ihm. Die beiden beschließen, die gefundene Droge gemeinsam zu verkaufen und sich den Erlös zu teilen. Der illegal aus den Palästinensergebieten eingewanderte Malek kann das Geld auch gut gebrauchen. Denn seine Mutter ist erkrankt und benötigt dringend eine Knochenmarktransplantation. Zusätzlichen Ärger bekommt Omar, weil er sich in Elias Tochter Hadir (Ranin Karim) verliebt hat. Ein Moslem kommt als Ehemann einer Christin für deren Familie nicht in Frage. Fortan trifft sich das Paar heimlich, beide glauben dennoch nicht an die Zukunft ihrer Liebe.
Die Idee zu "Ajami" hatte das jüdisch-arabische Filmemacherduo Scandar Copti und Yaron Shani bereits vor über zehn Jahren. Der Grundgedanke war eine Geschichte zu erzählen, in der "Menschen mit verschiedenen Hintergründen in grundsätzlich verschiedenen Welten zusammenleben und die Realität auf unterschiedlichste Weise wahrnehmen" (Shani). Am Drehbuch schrieben Copti und Shani fast vier Jahre lang. Damit das Drama möglichst realistisch ausfällt, recherchierten sie sehr ausführlich. Die Sichtweisen der Protagonisten sind aus technischer Hinsicht interessant umgesetzt. Die rasant geschnittenen Szenen sind nicht chronologisch angeordnet. Es gibt Zeitsprünge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Da jede Szene die Sichtweise einer Figur schildert, werden dabei stets bestimmte Informationen ausgelassen.

"Ajami" ist in Kapitel unterteilt. Wie bei einem Puzzle wird mit jedem neuen Kapitel entweder eine neue kleine Geschichte erzählt oder eine zuvor begonnene weiter erzählt. Diese Technik macht das Zuschauen spannend. Der Zuschauer versucht zu erahnen, wie sich die unterschiedlichen Puzzleteile zusammenfügen. Die Stimmung des Dramas ist aufgrund seiner Thematik über das Leben in einem Konfliktgebiet ernst und düster gehalten. Aufgelockert wird die Atmosphäre von dem eigentümlichen, stets unerwartet eingesetzten humorvollen Passagen. So warnen die Protagonisten in ernstem Ton vor einem Angriff, um die Warnung Sekunden später als Scherz zu offenbaren. Es fällt schwer, sich angesichts der angespannten Grundstimmung auf diesen fatalistischen, schwarz eingefärbten Humor einzustellen. Das Lachen bleibt einem im Halse stecken, weil man überrascht ist, wie locker die Figuren mit ihrer Situation umgehen.

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Galerien:  Ajami

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In "Ajami" lassen Scandar Copti und Yaron Shani zwei Welten aufeinanderprallen. Die schnell aufeinander folgenden Szenen spiegeln die Realitätswahrnehmung der beiden Hauptfiguren. mehr
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