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Film Noir Collection #6: Du und ich

Film Noir Collection 6: Du und ich

Originaltitel
You and Me
Genre
Abenteuer
Land /Jahr
USA 1938
 
94 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
DVD (Kauffassung)
Kaufstart
03.12.2010 ( Kino Deutschland ) bei Koch Films
Regie
Fritz Lang
Darsteller
Greta Granstedt, Roger Gray, Yvonne Duval, Dorothy Dayton, Ethel Clayton, Marie Burton
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Bildergalerie mit seltenem Werbematerial • Original Kinotrailer • 12-seitiges Booklet
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Dritte Hollywoodproduktion von Fritz Lang
Mr. Morris (Harry Carey) ist Inhaber eines Warenhauses. Der noble Gentleman hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, ehemaligen Häftlingen in seinem Geschäft Jobs zu Resozialisierungszwecken anzubieten. Einer seiner Zöglinge ist Joe Dennis (George Raft). Er bekommt eine Anstellung als Verkäufer und verliebt sich hier in Kollegin Helen Roberts (Sylvia Sidney).

Doch die Chance auf einen Neuanfang hängt an einem seidenen Faden. Joe erfährt schon bald, dass auch Helen eine kriminelle Vergangenheit hat und ebenso wie er vom "Resozialisierungsprogramm" von Morris profitierte. Desillusioniert beschließt er wutentbrannt, sich wieder seiner alten Verbrecherbande anzuschließen und das Warenhaus auszurauben. Damit setzt er nicht nur seine Freiheit aufs Spiel, sondern auch das Eheglück mit Helen.
"Du und ich" ist nach "Fury - Blinde Wut" (1936) und "Gehetzt" (1937) der dritte Spielfilm Fritz Langs nach seiner Emigration aus Hitler-Deutschland im Jahr 1933. Seine Flucht führte ihn über Frankreich, wo er die in seinem düsteren Werk eine Ausnahmestellung einnehmende Komödie "Liliom" inszenierte. Langs Anfangszeit in Amerika ist durch Kontinuitäten und Brüche in Bezug auf sein Gesamtwerk geprägt. Die Hauptrolle für "Du und ich" vergab er abermals an Sylvia Sidney, die schon in "Gehetzt" an der Seite von Henry Fonda und in "Fury" mit Spencer Tracy spielte.

Wie seine ersten Tonfilme glänzt auch "Du und ich" durch sein Experimentieren mit dem Ton. So wird im Prolog ein von Kurt Weill komponiertes Lied über die Welt der schönen Dinge angestimmt, während die Bilder das Besungene illustrieren. Anders als zur gleichen Zeit die Russen Sergej M. Eisenstein und Wsewolod Pudowkin, die im Kontrapunkt von Bild und Ton das Ideal des Tonfilms sahen, setzt Lang hier auf die Parallelität der beiden filmischen Ebenen. Die Bilder enthalten nichts, was der Ton nicht schon wiedergegeben hat. Auffällig die Ironie und die Leichtigkeit dieser Sequenzen, die den gesamten Film durchgehalten werden.

Diese Haltung ist für den Fatalisten Lang eher ungewöhnlich und sicher seinem neuen Arbeitsumfeld zuzuschreiben, bevor er die ersten Enttäuschungen in Hollywood hinnehmen musste. Dem furiosen Anfang entspricht in "Du und ich" das leider enttäuschende Ende. Lang nimmt es zu ernst mit der Naivität und entgeht leider nicht der Gefahr des Didaktischen. Das war auch Lang bewusst, so dass er sich später von diesem Werk, das er als sein schwächstes ansah, distanzierte. Doch alles in allem gilt sicher für "Du und ich", was Francois Truffaut über das Werk des von ihm bewunderten Howard Hawks sagte: Auch ein mittelmäßiger Film von Lang ist immer noch besser als die beste Mainstream-Produktion Hollywoods.
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2021